Bo`s Wanderkarre vs. Kai`s Monowalker

Eingetragen bei: Sohlenbrenner Tour 2016 | 14

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Ok… es handelt sich bei meiner Wanderkarre um die Räder des Hundefahrradanhängers zwischen die ich eine Alustange geparkt habe.

Da der Innendurchmesser der Alustange nicht mit dem Achsdurchmesser der Räder zusammenpasst, habe ich im Baumarkt in der Gartenabteilung sämtliche Gartenschlauchgrößen durchprobiert und am Ende einen gefunden, der genau den Zwischenraum ausfüllt.

Somit sitzen die Räder fest. Sie sind mit einem Splint gesichert, genauso wie am Hundehänger auch.

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Dann hab ich eine richtig dicke Multiplexplatte genommen, und in der Größe meines 60 l Rucksackes zurechtgesägt. Damits leichter wird, einfach überflüssiges rausgesägt, sodass nur noch ein Rand und eine Achsunterstützung vorhanden ist.

2015_04_14_karre_1700Weil ich etwas breiter bin, als mein Rucksack 🙂 logisch… hab ich die Alustangen, die meine Griffe sein sollen, schräg angebracht. Vorne sind einfache Fahrradlenkergummis drübergezogen. Hinter den Griffen hab ich Schlaufen aus Gurtband geschraubt, in die dann jeweils ein Karabiner eingehängt wird, der wiederum am Hüftgurt befestigt ist, den ich aus einem 45 l Rucksack rausgebastelt habe.

So hängt die Karre komplett an meiner Hüfte und läßt sich mit gut 30 kg ganz gut ziehen. Das Hauptgewicht liegt dabei auf den Rädern. Je nach dem, wie ich die Karre bepacke.

Ganz unten hab ich Alustangen mit Gewindestangen als Innenverstärkung geschraubt. So kann die Karre stehen, und hält das Gepäck davon ab, langsam aber sicher immer weiter nach unten zu rutschen. Oben drauf hatte ich eigentlich vorgesehen meinen 60 l Rucksack umgedreht draufzuschnallen, also mit dem Tragesystem nach oben, damit ich, wenn es Situationen gibt, in denen die Karre nicht nutzbar ist, ich das ganze Gelösch mitsamt Karre auf den Rücken laden kann.

Diese Idee hab ich dann mal verworfen… auf jeden Fall kommt da einefrei 236580001_a_duffle_ortlieb wasserdichte Ortlieb Duffle drauf. Die hat den Vorteil, dass nicht bei jedem Regenguß schnell noch alles abgedichtet werden muss und, dass sie eine große Öffnung hat, die von oben nutzbar ist. Ich weiß nur noch nicht welche Größe wir brauchen. 85 l oder 110 l? Sehe ich dann, wenn die Packliste klar ist.  😉

So und nun zu Kai`s Monowalker 🙂

frei 6Der Monowalker hat, wie der Name schon vermuten lässt nur ein Rad, hat ein Platte mit verschiedensten Ausfräsungen, zwei Griffe, einen Hüftgurt und tada… eine Bremse. Heißt: Brauchst du bergauf ne Pause, musst du nicht die ganze Zeit das komplette Gewicht des Hängers halten, sondern ziehst einfach die Bremse. Genauso bergab. Ich kann mir das Gesamtgewicht ein wenig vermindern, in dem ich den Monowalker mit schleifender Bremse bergab rollen lasse. Hänger, die einen bergab nicht überholen können… überzeugen mich. 🙂

Das eine Rad macht die ganze Geschichte viel schmaler, ich komm damit bestimmtfrei 8 besser überall und nirgends durch und drüber. Ich schätze, am Monowalker klappert nix, so wie bei meiner Karre. Es klappert, weil ich die Griffe verstellbar gemacht habe. Ein dünneres Alurohr steckt in einem dickeren und ist nur mit einem Splint gesichert. Beim Anziehen oder Stoppen bewegt sich das ein wenig. Verstellbare Griffe fand ich wichtig, um die Karre an sich, mal eben auch auseinandernehmen zu können, damit sie z.B. in die Apside vom Zelt passt, oder in den Zug/ Bus. Die Griffe vom Monowalker sind ruck zuck abzunehmen, ebenso das Rad. Ach, und die Idee, bei unwegsamsten Gelände die Karre, bzw. den Monowalker tragen zu können hatten wir wohl beide. Nur beim Monowalker werden dazu Tragegurte in die Holzplatte gezurrt, bei mir wäre schon alles am Rucksack dran gewesen.

frei 7Das eine Rad hat wohl nur einen einzigen Nachteil: Da die Ladeplatte über dem Rad und nicht zwischen den Rädern liegt, ist der Schwerpunkt ein wenig höher und das Gewicht lässt sich, je nach Packart wohl nur zu 60% auf den Hänger verlagern. 40% des Gewichtes hängen also auf der Hüfte. Bei 30 kg sind das immerhin „nur“ noch 12 kg. Ich hoffe aber sehr, dass wir weniger als 30 kg brauchen werden. Eine Packliste kommt demnächst. Gewogen hab ich schon das meiste 🙂 Appropo, der Monowalker wiegt 6-7 kg. Meine Karre wiegt 7 kg.

Bei meiner Karre hatte ich es geschafft, so zu packen, dass ich überhaupt kein Gewicht auf dem Hüftgurt hatte, die Karrengriffe sogar fast schwebten. Hat, denke ich den Nachteil, dass alles Gewicht auf den Rädern liegt, und bei unwegsamem Gelände nicht so leicht zu bewegen ist. Wenn ich z.B. an Stufen denke ….. also ist die Gewichtsverteilung beim Monowalker vielleicht gar kein Nachteil?

Alles in allem hat mich der Monowalker schon jetzt, ohne dass ich ihn live gesehen habe, ohne dass ich ihn ausprobiert habe dermaßen überzeugt, dass ich beschlossen habe, die Sohlenbrenner Tour 2016 nicht ohne ihn zu machen. Es gibt allerdings noch einen weiteren Nachteil des Monowalkers… der Preis. Gedanklich hab ich ihn aber schon bestellt. 🙂

Ich hab einfach Sorge, dass meine Karre die 1200 km nicht schaffen könnte.

Hältst du einrädrige oder zweirädrige Wanderanhänger für idealer?

bo unterschrift

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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14 Responses

  1. uncipaws

    Je gebirgiger, desto besser ist der einradhänger, denn auf einem seitlich abschüssigen weg hast du schwierigkeiten mit dem zweiradwagen.
    Allerdings musst du ständig „ausbalancieren“. Kannst du auch freihändig gehen oder musst du den wagen abstellen, sobald du irgend etwas anderes mit den händen tun willst, als die griffe festzuhalten?
    Vielleicht kannst du auch den wagen und einen teil des gepäcks in Oberstdorf deponieren und den ersten teil nur mit reduziertem gepäck (rucksack) gehen. Ab dann sollte es nicht mehr so gebirgig, steil und eng sein.

    • Bo

      Hallo uncipaws,
      ich schätze der Monowalker hängt ziemlich gut am Hüftgurt und muss nicht ständig ausbalanciert werden. Das ist aber nur das, was ich mir denke. Vielleicht sollte ich dazu Kai fragen. Danke für den Tipp.
      Für den ersten Tag ist tatsächlich schon geplant, dass wir im südlichsten Gasthof in Einödsbach nächtigen, unsern Kram bis auf n Tagesrucksack und der Kamera dort lassen und die nächste Nacht auch noch da verbringen. 🙂
      Gruß Bo

  2. scratch

    toll, macht richtig Laune dich bei den Vorbereitungen zu begleiten – ich wünsche euch einen Sternentalerregen und dir baldige gesunde Füße…

    • Bo

      Hallo Scratch,
      das freut mich dir Laune zu machen 🙂 und der Sternentalerregen ist sicher unterwegs.
      Liebe Grüße von Bo

  3. uncipaws

    Ja, ich habe mir gerade die webseite angesehen (übrigens funktioniert dein link nicht): Normalerweise hängt das ding am hüftgurt, so dass du die hände frei hast.
    Wäre sicher gut, den mal ausprobieren zu können. Bei meiner (einzigen) mehrtägigen wanderung hat mir der rucksack am meisten zu schaffen gemacht, ohne wäre ich viel weiter gekommen. (Allerdings waren zwei etappen dieser wanderung über sehr steiles geröll, da wäre kein wagen mitgekommen.)

    • Bo

      Hallo uncipaws,
      danke für den Tipp, der Link funktioniert jetzt. Man kann den Monowalker ja tatsächlich ausleihen. Mal schaun, ob ich das machen werde. Ich erinnere mich noch an die Vorbereitungen für den Kungsleden in Schweden, auch da hat mir der Rucksack wirklich zu schaffen gemacht. Deshalb fummel ich ja an der Karre rum. Und sollte der Untergrund wirklich nicht fähig sein ein Rad über sich drüber rollen zu lassen, sind wir ja immer noch zu zweit (eher zu viert) Robin hilft mir sicher ziehen. 🙂
      Ich freu mich so über dein Mitdenken und damit deine Hilfe für mein Vorhaben.
      Danke
      Bo

  4. PWD

    Hallo Bo,

    aus den Bildern wird ersichtlich, dass Du sehr wenig Bodenfreiheit bei Deinem Modell der Wanderkarre haben wirst. Damit kannst Du gut auf asphaltierten bzw. ganz glatten Wegen weiterkommen – wenn es aber uneben und/oder steinig wird, bleibst Du hängen.

    Wenn es Dir gelingt, das Teil der Auflage nach der Achse etwas anzuwinkeln – dann mit Verspannung z.B. mittels (Stahl-) Seil, kannst Du fast auf die gleiche Bodenfreiheit kommen wie die Achse.

    Die Ablagefläche nach der Achse ist aber auf jeden Fall sehr wichtig für die Gewichtsausbalancierung damit Du nicht zuviel Gewicht auf den Hüften schleppen musst.

    • Bo

      Hallo PWD,
      danke für deine Gedanken zu meiner Karre. Ich bin mir ja noch immer sicher, dass ich für die Tour den Monowalker haben werde. Der hat ja super viel Bodenfreiheit und lässt sich sicher durch fast jedes Gelände ziehen. Falls, wovon ich nicht ausgehe, ich doch mit meinem Selbstbau gehen werde, ist schon jetzt ganz klar, dass ich daran noch einige Veränderungen vornehmen sollte.
      Danke für deine Tipps diesbezüglich.
      Ist die Internetseite, die du mir angegeben hast, deine eigene? Also bist du der Erbauer des Wanderhängers auf dieser Seite?
      Liebe Grüße
      Bo

    • Bo

      Hallo Jo,
      ich hab mir grade noch mal deine Seite angeschaut. Zum Thema Bodenfreiheit fiel mir auf, dass die Räder deiner Karre ja aber doch viel kleiner sind als meine. Du schreibst von 12″ Reifen. Meine Reifen sind 16″ oder sogar 20″ groß. Damit habe ich doch schon einiges mehr an Bodenfreiheit. Oder habe ich dich falsch verstanden?
      Liebe Grüße Bo

  5. PWD

    Hi Bo,

    ja, die Seite mit dem Rucksacktrailer ist meine.

    Der Monowalker ist eine ganz feine Hilfe, die wirklich in fast jedem Gelände einsetzbar ist – allerdings mit dem einen Nachteil, dass man so um die 50% auf der Hüfte tragen muss und auch öfters beide Hände im Einsatz hat um auszubalancieren (vom Preis mal nicht zu reden;-)).

    Der Vorteil hingegen bei den Zweirädrigen ist, dass bei guter Lastverteilung man eigentlich kein Gewicht zu heben hat und nur ziehen muss. Aber: wie bei fast allem im Leben – der Vorteil des einen ist meist der Nachteil des anderen…
    ich würde die Entscheidung dann von der jeweiligen Tour abhängig machen. Am besten wäre es natürlich, wenn man durch ganz leichten Umbau beide Varianten zum Einsatz hätte; aber diesen Weg habe ich bis dato noch nicht gefunden.
    LG, Jo

    • Bo

      Hallo Jo,
      ich hatte deine Seite schon ganz lange entdeckt, als ich anfing mich mit Wanderkarren auseinanderzusetzen. Die Geschichte mit der Lastenverteilung ist ja wirklich ein Argument, ich hoffe allerdings beim Monowalker sehr viel Gewicht in Richtung Achse zu bekommen, damit ich nicht so viel auf die Hüfte kriege 🙂 Die Wegeverhältnisse, die auf mich zukommen kann ich ja nur erahnen, und wenn ich eine Karre kaufe oder selber entwerfe, dann ja für alle Eventualitäten, die mir begegnen könnten. Vielleicht fange ich aber auch noch mal an, meine ganz eigene Karre zu entwerfen. Zum Beispiel mit Bambusrohren, Carbongewebeband, Epoxidharzkleber und nem Rad 🙂 Mal sehen, was mir einfällt. Ich werde deine Seite dennoch erneut genau studieren. Danke für deine Tipps.
      Liebe Grüße von Bo

    • Bo

      Moin PWD,
      sieht gut aus. Danke für den Link. Ich frag mich nur grade, was beim Monowalker die andere Schräglage der Gepäckaufnahmeplattform für Auswirkungen haben könnte.
      Liebe Grüße von Bo

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