Juckt es noch oder fettet es schon? Das Fettkopp Experiment 2.0

Eingetragen bei: Minimalismus, Natürlich Leben | 4

Ich glaube ein Update ist fällig. Es erreichen mich doch einige neugierige Nachfragen, ob ichs denn durchhalte, und wie denn alles so läuft.

Mach ich doch gerne.

Als allererstes: Meine Haare haben noch immer kein Shampoo oder gar Haarseife gesehen. Wasser und Bürste sind tatsächlich das Einzige, was ich nutze. Manche gestalten den Übergang ja mit Essig, oder Roggenmehl oder oder oder. Roggenmehl stelle ich mir einfach nur pampig, matschig und sehr aufwändig vor, so dass ich das gar nicht erst probieren will.

Am Ende der ersten drei Wochen hab ich ja ganz stark das Gefühl gehabt: „Och war ja gar nicht so schlimm, ist ja schon fast vorbei, das Schlimmste ist auf jeden Fall geschafft.“ Nun ja, dem ist leider gar nicht so. Die richtige Fettexplosion kam noch. Langsam, sehr langsam hatte sich alles bis in die Haarspitzen verteilt. Aber so richtig fertig scheint mir die ganze Geschichte noch nicht zu sein.

Ich schwanke zwischen: „Oh, man Bo, so kannste doch nicht rumlaufen. watt solln denn die Leute denken?“ und „Ist nun mal jetzt grade so, geht ja auch bald vorbei, ist ja gar nicht so schlimm, die Leute denken sowieso, was sie wollen, mir doch egal.“

Ab und an hole ich mir ein kurzes Feedback von Tina, was denn eigentlich immer so ähnlich wie dieses hier ausfällt: „sieht noch genauso fettich aus, wie immer.“ Trotzdem nimmt sie mich überall mit hin 🙂 Zu Beginn hatte ich mir überlegt, ob ich, wenn ich komische Blicke spüre kurz erklären sollte, dass ich gerade meinen Haaren das Shampoo abgewöhne! Habs aber nie angewendet, weil ich dann auch dachte: Ich mach vielleicht jemanden erst recht aufmerksam, der vielleicht gar nicht über meinen Fettopp nachgedacht hat, sondern über was ganz anderes. Und wer wissen will, warum ich so rumlaufe, könnte mich ja auch fragen. Tut aber wohl niemand. Ist ja auch ganz alleine meine Sache. Kann ja komisch finden, wer möchte. Ich bin einfach weiterhin sehr gespannt, wie es dann mal ist, wenn ich durch bin 🙂

Nach meinem letzten Bericht hab ich in den Kommentaren einen super Tipp von Lia bekommen. Sie wäscht schon seit 2 Jahren ihre Haare nur noch mit Wasser und rät mir dringend durchzuhalten 🙂 Der Goldtipp von ihr: „Bürste deine Haare über Kopf, dann sehen sie nicht so angeklascht aus. 🙂 “ Habe ich sofort mit angefangen und fühle mich seit dem viel viel besser. Die Haare scheinen lockerer zu sein, einzelner. Verstehst du, was ich meine? Sie bilden nicht mehr ganz so dolle pampige Zusammenhalte. So ähnlich, wie wenn Spaghettis beim Kochen zusammkleben. 🙂 das fällt jetzt fast weg. Danke liebe Lia für diesen einfachen Tipp.

 

Nach zehneinhalb Wochen ist es für mich schon fast normal rumzulaufen, wie ich nun mal rumlaufe. eben mit fettigen Haaren. Wie gesagt, den meisten Menschen wird das egal sein, es sei denn sie beschäftigen sich gerade selbst damit, dass sie lieber mal ihre Haare noch eben gewaschen hätten. Dann finden sie ihre Fetthaare ev. nicht mehr so schlimm, wenn sie meine sehen 😉

Die meiste Zeit denke ich aber gar nicht mehr darüber nach.

Innerhalb der 73 Tage ohne Seife habe ich ein weiteres Experiment gestartet. Achtung: ich habe sage und schreibe 26 Tage lang meine Haare gar nicht gewaschen. Ich wollte herausfinden, was denn das Wasser am Fett auf dem Kopf bewirkt.

Meine Haare rochen noch immer nicht unangenehm, ich hatte auch nicht mehr jucken auf der Kopfhaut, als mit Wasser. Es juckt sowieso sehr wenig, bis überhaupt nicht. Andere berichten davon, dass sie es nicht ausgehalten haben, weil eben die Kopfhaut so gejuckt hat. Alles fühlte sich an, wie die 37 Tage davor auch, in denen ich einmal die Woche Wasser über meine Haarpracht hab laufen lassen.

Bist du gespannt, was nach den 26 Tagen und einmal waschen passiert ist? Sie waren nass, das war alles. Als sie getrocknet waren, was übrigens sehr viel länger dauert, als mit shampoogewaschenen Haaren, war alles wie vorher. Naaa nicht ganz, beim Bürsten war die Bürste hinterher am oberen halben Zentimeter der Borsten weiß, also fettig. Zum einen lag das daran, dass die Haare wohl doch noch nicht ganz trocken waren, zum anderen weiß ich nicht, woran es lag, denn das dauerte ca. zwei Tage, bis sich dieser extrem weiße Belag wieder normalisierte. Also ganz wichtig zu wissen, dass die Haare ganz ganz trocken sein sollten, bevor eine Wildschweinborste durch sie hindurch bürstet. Und Tina sagt: „Sieht nach dem Waschen ganz genauso aus, wie vorher“

Hm, was mir das jetzt an Erkenntnis bringt weiß ich noch nicht so genau. Auf jeden Fall reinigen sich die Haare und die Kopfhaut durchs bürsten wohl sehr gut. (Anja schreibt über ihren Sohn, der sich auch mal locker fettige Hände vom Essen in die Haare schmieren kann….es würde sich von alleine wieder regulieren, denn mit Bürsten hätte er es nicht so sehr) Also doch Schaf. Boschaf. Beim „Abwasser“ „Waschwasser“ nach den 26 Tagen ganz ohne war jetzt auch kein Extrem zu beobachten. Sah genauso aus, wie vorher nach einer Woche auch. Ich gehe davon aus, dass der Fettfilm, der sich mittlerweile wirklich gut verteilt hat, die Haare vor Dreck und fremdem Außengeruch schützt. Das Bürsten holt Staub und ähnliches raus und mehr muss nicht. In den ersten drei Wochen hatte ich übrigens sehr viel mehr Haare, die ich nach dem Bürsten in der Bürste ließ.Oder beim durch die Haare gehen in den Fingern hielt. Das hat sich würde ich sagen halbiert. Der kleine Wunderbesen für die Bürste hat also schon gar nicht mehr so viel zu tun. 🙂 Schuppen gibt es überhaupt nicht mehr.

Alles in Allem, es geht von Tag zu Tag leichter, ich denke fast gar nicht mehr darüber nach, wie und wen und wo. Es ist mir nicht mehr peinlich. Es wird zunehmend normal. Und damit wirds wohl auch bald überstanden sein.

Naja, wenn ich mir grade mal die Bilderserie ansehe, und die ersten mit den letzten vergleiche…. aber sieh selbst.

Ich stelle also weiterhin meinen Fettkopp zur Schau 🙂 Das mittlere Bild sieht ja schon ganz gut aus. Es kommt weiterhin nix seifiges auf meinen Kopf. 🙂 Und gleich gehts bis morgen mit dem Rad ans Meer. Bin gespannt, was das Fett zu Salzwasser sagt 😉

Alles Liebe

Das Schaf

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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4 Responses

  1. Lia

    Liebe Bo,

    auf dem mittleren Foto siehts ja wirklich schon gut aus. 🙂
    Ich finde Dich sehr tapfer, daß Du gar nicht mehr mit Wasser gewaschen hast.
    Ich bin mit jeden 2. Tag waschen angefangen und hab die Abstände langsam vergrößert.
    Ach ja und am Anfang habe ich die Bürste abends nach dem Reinigen mit heißem Wasser abgespült, bis das Fett raus war (mit den Borsten nach unten trocknen lassen). Dann konnten die Borsten wieder Fett aus meinen Haaren aufnehmen. Jetzt mach ich es nur noch alle paar Tage.

    Aber ist das nicht genial, daß Du weniger Haare verlierst? Ich konnte hinterher richtig die vielen kurzen neuen Haare wachsen sehen 🙂

    Ich freue mich mit Dir, daß der Tipp mit über Kopf bürsten geholfen hat.
    Im Sitzen finde ich es sogar gemütlich:-)

    Bin auch gespannt, was das Salzwasser macht und wie es weitergeht…

    Liebe Grüße von Lia

    • Bo Pohl

      Hallo liebe Lia,
      die Bürste auswaschen… auf die Idee bin ich ja auch noch gar nicht gekommen. Das werde ich mal ausprobieren. Aber muss denn das Fett wirklich raus? Da bin ich mir grade etwas unsicher.
      Und ja, über Kopf bürsten fühlt sich für mich so viel besser an, auch wenn die Haare dann irgendwie strubbeliger aussehen. Fürs Salzwasser war es mir leider zu windig, ich die Frostmotte 🙂

      Liebe Grüße von Bo

  2. Lia

    Liebe Bo,

    mit dem Fett denke ich mir das so: nach ca 50 Jahren Fettüberproduktion wegen Shampo/Seifenbenutzung kann der Körper nicht von heute auf morgen die Balance finden (wenn überhaupt, kann ich ja gar nicht erwarten. Kann mich nur freuen, wenn mein Körper das schafft.)

    Das zuviel an Fett muß ich mechanisch aus den Haaren entfernen (nicht von der Kopfhaut, darum lasse ich die auch in Ruhe), um „zivilisiert“ auszusehen und aber auch um mich wohl zu fühlen mit meinen Haaren.

    🙂 Aber wissen tu ichs nicht 🙂

    Alles Liebe von Lia

    • Bo Pohl

      Liebe Lia,
      das klingt sehr logisch… Hilfe zur Selbsthilfe 🙂
      Danke, dass du dich so reinkniest 🙂

      Liebe Grüße von Bo

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