Huaraches 0.1

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Meine ersten Huaraches…

Huaraches 1.0
Meine ersten Huaraches

4 mm Vibramsohle gekauft, Füße auf Papier gezeichnet, einen halben cm drumherum die eigentliche Linie gezogen…. Lederstück aufgeklebt, Löcher reingestanzt, Sohle drumherum abgeschliffen, Lederband durchgezogen und ausprobiert.

Zuerst war mir die Bindung zu stramm, lockerer rutschte ich aber zu dolle auf der Sohle herum, da ich das erwartet hatte, hab ich die Sohle rundherum einen halben Zentimeter breiter geschnitten. (Das könnt ihr auf dem Bild oben ganz gut sehen). Ich bin bis dahin überhaupt keine Zehentrenner gewöhnt gewesen, sodass mich das Lederband doch sehr störte. (Es war allerdings auch ganz neu und noch nicht weich)

Der Knoten auf dem Fuß, der die ganze Schnürung „beendet“, hat mir richtig wehgetan. Ich hab also dort versucht den passenden Punkt zu finden, sodass der Knoten nicht so dolle störte, dazu hab ich das von den Zehen kommende Band mittiger geschoben. Es hat dann ganz gut funktioniert, aber zufrieden war ich nicht. Denn noch immer konnte ich die Huaraches nicht wirklich fest an meinen Fuß bringen und schlabberte mehr oder weniger darin herum.

So fürs Schlendern durch die Stadt prima zu brauchen, aber zum Laufen völlig ungeeignet, und für meine tägliche Waldstrecke (gehend) mit vielen verschiedenen Untergründen und Hügel hoch und runter waren sie nicht angenehm. Der erste Versuch, das zu ändern war das Loch zwischen den Zehen einen halben Zentimeter nach hinten und nach außen zu setzen, aber auch das hat nichts gebracht, …. also hab ich sie weggepackt und nur noch die fivefingers angezogen.

Als mir dann das Buch „born to run“ in die Finger kam, hab ich ne Menge über Huaraches und die Tarahumaras gelesen und hab noch mal „geforscht“. Die Tarahumaras tragen Autoreifen unter den Füßen, und benutzen breitere Lederbänder (hab mir auch breitere besorgt und ausprobiert, aber bin lieber wieder auf meine 3mm Rundlederschnur umgestiegen) und eine völlig andere Bindetechnik.

„Tarahumara sandels“ und nur „Bilder“ angucken eingegeben… und daraus hab ich mir dann zusammengereimt, wie die Bindung, denn ursprünglich gedacht war. Den Film, der dazu entstanden ist, könnt ihr hier sehen.

Jo, der nächste Versuch betraf dann die Autoreifen 😉

Sie zu besorgen war ja noch das Leichteste, sie aufzuschneiden, also nur die Rollfläche des Reifens platt auf dem Boden liegen zu haben auch… Fuß draufgestellt, Edding aus der Tasche gezogen, um den Fuß herumgemalt Stichsäge geholt und los…. meine Güte… nach drei Sägeblättern und völliger Atemnot (das Gummi stinkt ganz fürchterlich, wenns heiß wird) hatte ich tatsächlich meine beiden Sohlen ausgesägt… in Mexiko muss es andere Reifen geben… welche ohne Stahlgürtelbla innendrin. Das nächste Problem waren die feinen Stahlgürtelteilchen die nicht mitgesägt wurden sondern einfach nur abgerissen waren und somit bis zu einem halben Zentimeter weit aus dem Gummi rauslunsten… und dann bogen sie sich auch noch lustig nach oben, um in meinen Füßen rumzubohren…. also Flex ausgepackt und die Drähte alle abgeflext… Löcher reingebohrt für die Lederschnur… und auch da bleiben die Stahldrähte, nach dem Bohren einfach nur völlig verdreht mitten im Loch, ohne eine Spur an die Seite zu rutschen, oder gar abzugehen…. ich hab dann mit Feilen einigermaßen Platz geschaffen, damit die Lederschnur durchpasste…. Fuß rein, festgeschnürt und …. mein Gott sind die Dinger schwer an den Füßen… da kommt zwar sicher nichts durch und ärgert den Fuß, aber… nee nee, das hatte ich mir anders vorgestellt. Ich wollte euch eine günstigere Alternative anbieten können, eben mit upgecycelten Autoreifen statt mit teuren Vibramsohlen.

Also auch die Autoreifenhuaraches liegen jetzt brav im Schuhschrank und warten, was mit ihnen passieren wird. Noch bin ich auf der Suche nach dünneren und stahlfreien Auto-, Motorrad-, oder Kartreifen. Wer was weiß, kann mir das gerne mitteilen.

Grad dachte ich, wenigstens ein Foto könnte ich machen… und dabei kam mir die Idee, dass ich doch den Garten mit ihnen (den Autoreifenhuaraches) umgraben kann… so dick und stabil wie die Sohle ist….also als Fußschutz nicht als Spatenersatz 😉

Huaraches aus Autoreifen

Demnächst mehr dazu, denn mit meinen jetztigen Huaraches bin ich sehr zufrieden…

bo unterschrift

2 Antworten

  1. Andy L.

    Hallo, bin gerade über die Seite gestolpert, da ich heute ein bischen was zu Autoreifen als Schuhsohle gesucht habe.
    Der Trick bei der Sache ist es, nicht den gesamten Reifen (mit den Stahldrähten) zu benutzen, sondern nur die oberste Lauffläche, also die Gummischicht bis zu den Drähten. Hab das heute einmal nach dieser Anleitung ( http://menify.com/panorama/wie-mann-seine-schuhsohle-reparieren-kann/ ) gemacht, und es funktioniert.

    Man hat anschließend eine leichte und flexible, nicht zu schwere Gummimatte, eben nur die äußerste Schicht des Reifens mit dem Profil.
    Habe diese dann benutzt um meine alten durchgelaufenen Adidas Sambas neu zu besohlen. Hat bestens geklappt.

    Beste Grüßes;
    Andy

    • Bo

      Hallo Andy,
      vielen Dank für den super Tipp. Bei Gelegenheit werde ich das mal ausprobieren. Sieht ja gar nicht so schwer aus 🙂
      Grüße von Bo

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