Ausrüstung im Einsatz – Therm-a-Rest NeoAir XLite

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Unsere Erfahrungen mit all den Dingen, die wir dabei hatten, wollen wir nicht für uns behalten, sondern sie mit dir teilen. Vielleicht hast du Ähnliches vor wie wir und kannst mit unseren Tipps ordentlich was anfangen. Natürlich macht jeder mit Ausrüstung seine eigenen Erfahrungen und hat seine eigenen Vorlieben, dennoch denken wir, dass du mit unserer Ausrüstungsserie eine sehr gute Auswahl an die Hand bekommst und einen genialen Nutzen davon hast.

Nur ein Beispiel aus meinem Leben, den Schlaf und die Isomatten betreffend. Seit Jahrzehnten liebe ich das Zelten, unterwegs sein und draußen schlafen. Und dementsprechend hab ich wirklich viele Isomatten „durch“. Angefangen hab ich mit den ganz einfachen Evazote Matten, für die mein Kreuz aber nicht geeignet ist 🙂 Außerdem nehmen die Matten je nach Stärke ganz schön viel Volumen ein, am Rucksack außen sollte man sie nicht ohne Packsack nutzen, da sie Sonne gar nicht mögen. Sie wiegen zwischen 250 und 950 Gramm, wobei die dünnste 0,5 cm und die dickste 1,9 cm stark sind.

Später hab ich mir dann eine von den neu aufgetauchten Therm a Rest Matten gekauft. 3,5 cm dick, wow was ein Unterschied zur Evazote Matte. Eine mit Schaumstoff gefüllte Matte, die, wenn man das Ventil öffnet, sich selbst die Luft einzieht. Damals waren die noch nicht so schön abgerundet wie heute, damals konnte man sie noch nicht in der Hälfte falten, damals gabs auch nur die eine Stärke, damals gabs noch keine Antirutschbeschichtung, sodass man morgens gerne mal neben der Matte aufwachte. Aber die Isolierleistung war prima, geschlafen hab ich darauf auch ganz nett, allerdings hat mich lange das Gewicht von damals noch fast 1,5 kg und das Packmaß gestört. Heute sind sie faltbar, sodass man nicht 60 cm breite Rollen mit sich rumschleppen muss, es gibt sie in verschiedenen Stärken und viel leichter sind sie auch geworden. Gerade hab ich eine entdeckt, die richtig fett ist. 10 cm … fast wie zuhause 🙂 allerdings wiegt die auch gleich so viel wie ein 2 Personenzelt, nämlich 2430 g. Wenn man schon Mondo King heißt. 

Auf Dauer konnte ich auf dieser Matte nicht mehr schlafen, deshalb hab ich mir selbst was gebastelt. Ich hatte eine einfache leichte Luftmatratze genutzt. Da die ja nun mal überhaupt nicht isolieren, legte ich ne Evazote darauf. Die beiden vertrugen sich aber erst mal gar nicht, denn sie rutschten bei jedem Drehen voneinander. Also hab ich ein Bettlaken drumrumgenäht. Dieses ganze Etwas war dann aber so schwer und unhandlich, dass ich etwas verzweifelt weiter suchte.

Gefunden hab ich dann folgendes:

Die Downmat von Exped. Eine Luftmatratze, die mit Daunen gefüllt ist. Sehr gute Idee von Exped. Damals gabs noch einen extra Pumpsack, der auch gleichzeitig Packsack und Kissen sein konnte. Denn ne Daunen gefüllte Matte sollte man auf keinen Fall mit der Schnute aufpusten, sonst klumpts inside. Heute ist eine Pumpe in der Matte integriert. Es gibt sie auch mittlerweile in zwei verschiedenen Breiten, einmal 52 cm und einmal 65 cm. Auf dieser Matte hab ich dann wirklich super geschlafen, ich konnte sie mir auf meine „Härtebedürfnisse“ selbst einstellen, je nachdem wieviel Luft ich reingepumpt habe. Das Gewicht von mittlerweile nur noch 900 Gramm ist auch in Ordnung. Damals waren sie noch etwas schwerer. Das Gewicht war dann auch der einzige Punkt der mich noch gestört hat, denn sie ist faltbar und somit in relativ kleines Packmaß zu kriegen. Heute viel kleiner als damals. 🙂

Und kaum hatte ich mir ein paar Jahre gewünscht eine noch leichtere Matte zu haben 🙂 hat Therm a Rest sich mir erbarmt und dieses oberhammergeniale Isomattenteil erfunden. Ich bin so begeistert und so zufrieden wie noch nie mit einer Matte. Ich verrate dir auch gleich wie sie heißt. NeoAir XLite Luftmatratze.

Im ersten Moment dachte ich….naja ganz schön viel Geld für ne Luftmatratze, als ich dann aber die Beschreibung las, war mir klar warum und irgendwie war mir auch sofort klar, dass das „meine“ Matte sein würde.


Es handelt sich nämlich um eine ganz leichte (365 g in der Standardversion und 478 g in der großen Größe) Luftmatratze, die innen mit zwei übereinanderliegenden Schichten von Dreieckskammern aufgebaut ist und zusätzlich mit Aluminium bedampften Trennstegen auf der Innenseite die Wärme zurück zum Körper leitet.

Keine Füllung außer Luft und damit so leicht. Man kann, wenn man genug Luft hat die Matte mit der Schnute aufblasen, wenn man aber nicht daneben liegen möchte sondern drauf, sollte man sich ein kleines Zubehör leisten. Einen sehr leichten riesigen Pumpsack, den man auch als Sitz benutzen kann. Dadurch kommt keine feuchte Atemluft in die Matte und die Beschichtung löst sich nicht. Ich hab einige Meckerer gelesen, die meinten dass sich die Beschichtung löse, mit dem Pumpsack ist das sicher ausgeschlossen. Wir haben beide Größen mit auf der Tour gehabt und ich muss sagen ich war zwischendurch ein bisschen neidisch, dass ich für mich die Standardversion gewählt habe. Sie ist mit ihren 51 cm doch recht schmal. Auf den 63 cm ist es etwas bequemer, wenn man wie ich gerne auf dem Bauch liegt und die Arme nicht im Schlafsack hat, sondern lieber mit offener Penntüte nächtigt.

Tina konnte sich die ganze Isomatten-Odyssee ersparen, in dem sie gleich die Richtige hatte. O-Ton:“ich fand die so gemütlich, dass ich echte probleme hatte, mich wieder an ne normale matratze zu gewöhnen und hab ernsthaft überlegt, da jetzt immer drauf zu schlafen!“  Wie gesagt, wir sind voll zufrieden mit Liegekomfort Wärme, Gewicht und Packmaß.  23 x 10 ist einfach unschlagbar, und der Packsack kann locker weggelassen werden.

N Gummi drum tuts auch. Quatsch, es braucht noch nicht mal ein Gummi, die bleibt ja zusammengerollt. Jeder Matte liegen ein paar Flicken bei, falls, wie bei uns nach 75-maligem Hund drüber laufen lassen, ein Loch in die Matte gekrallt wurde. Ein Alkoholpad säubert und der Flicken klebt…. noch immer super und dicht.

Einige Beurteilungen der Matte beschreiben ein unerträgliches Knistern (die Beschichtung), sie besagen auch, dass das Knistern mit der Zeit aufhört. Stimmt nicht, es knistert leicht, was uns nicht gestört hat (mich mit Ohrstöpseln ja sowieso nicht) aber es knistert nach mehr als 78 mal drauf schlafen noch immer genauso wie am Anfang. Ich würde mal drauf tippen, dass wenn das Knistern aufhört die Beschichtung von der Atemluft futsch ist!?!

Und hier ein kleines Isomattenfilmchen 🙂 von auf der Tour. Mit nem Trick, was du noch mit dem Pumpsack machen kannst. Findet sich ev. auch im großen Sohlenbrenner Film, aber das weiß ja niemand außer Rolf.

Und zum Schluß noch ein geniales kleines Zubehör, aus dem man mit ner Isomatte ganz schnell einen gemütlichen Sitz machen kann, falls man unterwegs keinen Bürostuhl mitnehmen möchte.

Der Trekker Chair von Therm a Rest. 300 g  Stoff und Stangen, die mit ner Isomatte innen drin ein sehr gemütlicher Sitz werden. Und schon ist das auf den ersten Blick gesehene Durcheinander gar keins mehr. Der Trekker Chair hat mir geholfen meinen Job in gemütlicher Haltung am Laptop machen zu können. Abends arbeiten oder Blog schreiben, die beiden Verschlüsse rechts und links aufklacken, sich fallen lassen und schlafen. Morgens sich aufsetzen, die beiden Verschlüsse wieder schließen und weiter arbeiten. Man kann aber auch darin einfach nur lesen oder hocken und futtern oder quatschen!!!


Was hast du für Isomattenerfahrungen gemacht?

 

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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2 Responses

  1. scratch

    tolle, detaillierte Beschreibung, da läuft mir glatt die Spucke in der Schnute zusammen…..

    • Bo

      Hallo Scratch,
      danke, aber nich, dass du anfängst Isomatten zu verspeisen… 😉

      Liebe Grüße von Bo

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