Vom Lebenslauf zur Lebenskünstlerin ~ ob das so einfach geht?

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Wieso nennt man es eigentlich Lebenslauf? Eine Aufzählung von Zahlen und Daten. Als würde mein Leben nur aus den verschiedenen Schulen und Arbeitsstellen bestehen, die ich so innehatte. Müsste es nicht eher Bildungsverlauf heißen, oder Arbeitsstättenverlauf oder noch ganz anders?

bo am dachdecken
Neulich auf dem Schuppendach

Gut, im Lebenslauf erfährt man auch was über mein Alter, meine Familie, ein wenig über meine Hobbys, wenn ich sie denn dazuschreibe. Aber macht mich das aus? Macht meine Arbeit mich aus?

Wenn es eine ist, die ich aus vollem Herzen mit ganzer Seele und lächelndem Verstand mache, dann ja….. und wer hat die, wer schafft es so eine Arbeit zu finden?

Nach 15 Jahren Vollzeitarbeit als Erzieherin in Kindergarten, Kindertagesstätten, Sportkindergarten, Hort, Waldkindergarten und Kinderbauernhof, habe ich sie mir ja selbst gebastelt.

Ich bin nach der 11.Klasse, nachdem ich das Jahr wiederholen sollte ganz spontan nicht mehr, in die mir noch nie gut tuende Schule gegangen. Danach bekam ich keine Zeit mir zu überlegen, was ich denn beruflich gerne tun wollte. Schließlich landete ich in einem Kindergarten im Vorpraktikum (Praktika während der Schulzeit gab es damals noch nicht) und fand mich in der Ausbildung zur Erzieherin wieder.  Ich habe ganz gerne als Erzieherin gearbeitet, aber so das ultimative Gefühl von… das und nie mehr was anderes hatte ich nie. Für mein Gefühl hab ich zu oft auf die Uhr geguckt. Und die Zeit verging oft zu langsam. Wenn was wirklich meins ist, dann vergesse ich Zeit und Raum, Hunger und Durst 🙂 versinke ich völlig.

Nach dem ich dann meinem immer lauter werdenden Drang nachgab unbedingt in den Norden Deutschlands zu gehen, war ich längere Zeit arbeitslos. Je länger ich das war, desto weniger konnte ich mir vorstellen jemals wieder als Erzieherin zu arbeiten. Ich glaube mittlerweile, dass ich das gar nicht mehr kann.

Ich fing an zu überlegen, was ich denn sonst noch für Talente habe. Spontan, während des Lesens eines Kapitels im Buch Die Sonnen Diät von David Wolfe, in dem es eigentlich um Rohkost geht, hatte ich die Idee alle meine Talente zu nutzen und „Das flitzende Helferlein“ zu gründen. Ich würde mich selbständig machen, dem Arbeitsamt hatte ich ruck zuck gekündigt, frei nach dem Satz von Theodor Roosevelt: „Tu was du kannst, mit dem was du hast, dort wo du bist.“ Ich brachte mir über ein Buch bei, wie ich meine Internetseite erstellen konnte, zog noch weiter in den Norden und legte einfach los. Alles fühlte sich richtig und wunderbar an.

Anfangs beinhaltete das flitzende Helferlein handwerkliches Tun, Kinderbetreuung, Haustierversorgung, Ferienhausbetreuung, Fahrdienste und einiges mehr, später kam dann noch Stricken, Filzen und der Siebdruck dazu. Das Finanzamt wollte unbedingt, dass ich meine Gewerke von einander trenne, da hatte ich dann plötzlich drei: Handwerk, Kinderbetreuung und Herstellung und Handel mit Textilien. Also ist noch die zweite Internetseite entstanden bowoods ~ hier verkaufe ich hauptsächlich Mützen und Dreadschläuche aus Biomerinowolle und Biobaumwolle. Von allen Helferleinangeboten ist nun die Allroundhandwerkerin übrig geblieben. Alles andere war bei meinen Kunden einfach nicht so sehr gefragt. Aber genau deshalb hab ich ja auch erst mal alles angeboten, was ich kann. Bin ich mit drei Internetseiten eigentlich schon suchtgefährdet? 🙂

Letzten Sommer dachte ich noch kurz darüber nach mein 5 Jähriges zu feiern. Doch dann hatte ich das Datum völlig verpasst. Wie konnte das passieren? Ich hatte zunehmend keine große Lust mehr zu meinen Tätigkeiten, die Nachfrage ebbte ein wenig ab, was ja logisch ist, denn ich dachte ja oft, dass ich am liebsten zu Hause bleiben würde. Das tat ich dann auch oft. Ein Kreislauf … gerne wollte ich so zwischendurch eine neue Idee bekommen, was ich denn sonst so tun könnte, was denn sonst so wirklich wirklich meins ist. Bis jetzt hat sich noch nicht das Richtige bei mir gemeldet. Ich hatte angefangen Palettenmöbel zu bauen, was mir auch riesigen Spaß macht. Allerdings hab ich schnell gemerkt, dass ich eher die „Erfinderin“ bin und mal eben ohne große Planung im Tun aus einer Palette einen Sessel, einen Tisch oder eine Minikommode kreiere. Das dann aber 20 mal zu bauen ist mir zu langweilig. Da muss ich ja gar nicht mehr denken. Ich könnte also eher Anleitungen dazu schreiben oder Filmchen drehen. Sollte ich mal kimidori in Berlin fragen, ob sie meine Ideen kaufen möchten? 🙂

Vor guten zwei Wochen dann hatte ich per Mail eine Anfrage zu einem Auftrag. Ich dachte bei mir, dass ich dazu überhaupt keine Lust hätte, ich ja aber das Geld daraus gut gebrauchen könnte. (Schließlich hab ich drei Mägen zu füllen ~ zwei Vierbeinmägen und den meinigen). Nach ein paar Tagen Hin- und Herdenken entschied ich mich dazu die Anfrage abzusagen. Denn wenn ich immer wieder Dinge annehme und ausführe, zu denen ich keine Lust habe, gebe ich dann nicht dem Universum zu verstehen, dass ich alles mache und dass es mir wichtiger ist Geld zu verdienen als nur das zu tun, was mir wirklich Spaß macht? Außerdem kam mir ein Satz aus einem der Transsurfingbücher, die ich gerade lese in den Sinn : „Meine Welt kümmert sich um mich.“ Und ich beschloss, dass ich darauf vertraue.

Mein großes Glück ist, dass ich einen 450 Euro Job habe. Sozusagen mein Lottogewinn vor drei Jahren. Seit dem bin ich auch wieder Mitglied einer Krankenkasse, auch wenn „das wieder reinkommen“ in diese nicht ohne Nachzahlen ging. Ich hatte, nachdem ich dem Arbeitsamt gekündigt hatte, fast drei Jahre keine Krankenkasse, weil ich sie einfach nicht zahlen wollte 🙂 und eben auch dachte, ich brauch die eh nicht. In diesem Job jetzt, kann ich mich handwerklich austoben, kann selbst entscheiden zu welchen Zeiten ich meine 8,5 Stundenwoche arbeite, ob ich morgens um 8 oder nachmittags um 3 arbeite, ob ich alles an einem Tag oder auf 5 Tage verteile ist völlig egal. Selten ist es nötig, dass ich zu bestimmten Zeiten vor Ort bin. Und das ist einfach KLASSE. Die Leute da sind so toll und ich fühle mich dort sehr gut aufgehoben.

Mit diesem Hintergrund (also 400 feste Euro im Monat) hab ich nun ganz mutig und voller Vertrauen beschlossen, dass ich nur noch die Arbeiten annehme, die mir wirklich Spaß versprechen, damit ich in der freien Zeit meine Gedanken sausen lassen kann, um mein Ziel zu finden, zu formulieren und meine Seele vor Freude hüpfen zu lassen, wenn ich raus gefunden habe, was als nächstes meins ist. Dann hat mein Verstand nix mehr zu meckern, weil es einfach stimmt. Und dann läuft alles andere auch… ganz von selbst. Davon bin ich überzeugt. Eine Tür nach der anderen wird sich öffnen, ganz sicher.

Es genügt zu leben, jeden Augenblick zu lieben und sich keine Fragen über den kommenden Augenblick zu stellen.

bo unterschrift

2 Antworten

  1. scratch

    hey bo, deine neue blogseite ist sehr sehr schön gemacht, so schön bunt und informativ…..wow !!!
    ja, der einzige moment der wirklich zählt ist das JETZT – immer wieder sich das bewußt zu machen trotz oder erst recht wenn die welt in ihren Angeln knarrt. Du bist ein mutiger, liebevoller Mensch und ich drück dir alle daumen für die erfüllung deines Seelenplanes !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • Bo

      Hallo Scratch,
      ich danke dir für deine Worte. Zu diesem Thema hab ich noch ne ganze Menge im Kopf…
      Bo

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