Und gestern war die Küche fällig

Eingetragen bei: Minimalismus | 2

Der Prozess ist ganz doll ins laufen gekommen. Es macht so glücklich und frei und aufgeräumt.

Silvester saßen wir quatschend über dies und jenes, über was wir wollen, was wir brauchen, was uns umgeben sollte. Das klingt fast nach: „einem Vorsatz für das nächste Jahr finden wollen“. Das liegt uns aber total fern. Denn einen Vorsatz oder eine Idee hatte sich daraus gar nicht entwickelt. Neujahr jedoch überkam uns das Gefühl, die Küche wäre einfach fällig. Und um es wirklich gründlich anzugehen, räumten wir alles, wirklich alles aus den Schränken raus. Es wurde im Esszimmer auf dem Tisch gestapelt.

Erst dachte ich, der Tisch würde locker reichen, um alles aufzunehmen. Pustekuchen.. ein weiterer Tisch wurde angestellt und vollgestellt. Nur diese Aktion schon, hat so viel Spaß gemacht, hat so viel freigesetzt. Genial. Viele der Teile, die ich währenddessen in der Hand hatte, packte ich gedanklich schon weg. Ich riss mich aber zusammen es nicht gleich zu tun, denn erstens wollten wir das gemeinsam entscheiden und zweitens wollten wir sehen, wie viel Kram da tatsächlich in den Küchenschränken verschwindet.

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Was sich alles findet, was man nie vermisst, nur mal eben abgestellt hat, was eigentlich entsorgt werden könnte, weil es kaputt ist. Unglaublich.

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Unser Ziel war es, nur das allernötigste in die Schränke zurück zu räumen. Die meisten der Schränke leer zu lassen. Der Gedanke, die Küche vielleicht doch mal sauber und ordentlich vor zu finden, wenn nur wenig Kram da ist, ließ uns diese Aktion ja überhaupt erst durchführen.

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Bei so einer Aktion ist es auch leicht, mal eben die Schränke von innen auszuwischen. Gute Tat 🙂

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Ein kleiner Schrank, der schmale obere neben dem geschlossenen Kühlschrank, oben auf dem Bild, ist jetzt im vorderen gut greifbaren Bereich, gefüllt mit Geschirr und Besteck. Und eine Schublade unterm Kühlschrank mit zwei Töpfen. Es reicht ein großer und ein kleiner. Der Schnellkochtopf kann wunderbar als solcher, aber mit einem passenden Glasdeckel auch als normaler Topf genutzt werden. Für Suppen, Kartoffeln, Nudeln wunderbar. Ein weiterer kleiner, für Soßen, Reis etc. Zwei Pfannen hängen an der Wand. Teller, Tassen, Gläser, Schüsseln ein wenig Besteck, alles in Minimalmenge.

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Der ganze Rest wurde gnadenlos durchgesiebt, teilweise entsorgt. Ein großer Teil ruht jetzt in den ausgelagerten Schränken im Versorgungsraum. Wir testen erst mal. Wenn wir merken, dass wir zu viel ausgesiebt haben, dann können wir wieder aufstocken. Brauchen wir den ganzen Kram aber bis zum nächsten 1. Januar nicht, dann kann er bedenkenlos das Haus verlassen. 🙂

Ich ertappe mich schon jetzt dabei, dreckiges sofort zu säubern. Es macht glücklich an die Küche zu denken, frei diesem elendigem Problem, der mit dreckigem Geschirr vollgestapelten Küche endlich ein Ende gesetzt zu haben.

Ich bin sehr gespannt, ob und wenn was, wir aus der Verbannung zurückholen wollen oder müssen.

bo unterschrift

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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2 Responses

  1. Eva

    Hallo Bo,
    Deine Küchenladung ist meiner sehr ähnlich. Ich lebe auch mit wenig, bin zufrieden, brauche meine schöne Zeit nicht mit Daueraufräumen und Nippes-Putzen verbringen. Im Laufe der letzten 30 Jahre habe ich immer wieder Phasen durchlebt von Ganz-Minimal (Rucksack), Wenig-Zeug (Auto voll), Mehr-Zeug (Bus voll) oder kleine, mittlere, große Wohnung/Haus. Alle Phasen sind gut wie sie sind, für die jeweilige Zeit. Wir sind ja in ständiger Entwicklung, unser Geist lebt. Nur die Prioritäten verschieben sich mit zunehmendem Alter. Der Minimalismus bleibt, er nimmt lediglich eine andere Struktur an.
    Auch ich finde es immer wieder befreiend, etwa 2x im Jahr objektiv mein Weniges zu betrachten, auszusortieren. Mit der Zeit hat sich bei mir so eine Art Ritual entwickelt. Ich bin auch ehrlicher mir selbst und damit anderen gegenüber geworden. Wenn mir jemand was schenken möchte, sage ich gleich, ob ich das brauchen kann oder nicht (meist nicht). Früher hab ich es einfach angenommen (ich bin ja wohl-erzogen 😉 und später festgestellt, das ich das nicht wirklich brauche. Wie das so ist, schob ich es von einem Platz zum anderen, bis ich es dann doch wieder verschenkte oder so. Wie Du, ist auch bei mir die Jahresfrist entscheidend, wenn wieder mal etwas zu mir gefunden hat. Brauche ich es innerhalb eines Jahres nicht, bekommt es einen neuen Besitzer :-). Oftmals hilft es mir, Ordnung im Außen zu schaffen, damit ich auch im Inneren wieder klarer sehe.
    Übrigens: Deine Eimerlampe ist ja wohl der Hit (y)
    Liebe Grüße
    Eva
    Eva kürzlich veröffentlicht…Meine Füße und ihre PflegeMy Profile

    • Bo

      Hallo Eva,
      freut mich, dass dir die Eimerlampen gefallen. Im Baumarkt waren alle Lampen doof, so sind wir weiter gezogen, etwas zu finden, was wir zweckentfremden können. 🙂 Das mache ich übrigens total gerne. Kommen oft tolle oder lustige Dinge bei raus.
      Die Wohlerzogenheit kenne ich auch, es geht mir da aber wie dir, dass ich mittlerweile nicht mehr alles annehme, leider merke ich das auch in meinem Umfeld, wenn ich meine Dinge loswerden möchte 😉
      Ganz liebe Grüße
      Bo

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