Und Fred hat noch ein zweites Lämpchen

Eingetragen bei: Minimalismus, T3 Bulli Fred | 2

Auch ein rotes und dieses hat es in sich, denn es kann zum Leuchten sogar noch einen grauseligen Ton von sich geben. Links neben diesem quietschenden Rotgelampe befindet sich ein Symbol namens Ölkännchen.

 

Und jetzt ahnst du vielleicht schon das Kommende?

Frohen Mutes sind wir vom Tessin aus wieder Richtung Fred gereist.Wie du ja vielleicht im letzten Artikel gelesen hast, wartete er in der Nähe von Freiburg in einer Werkstatt auf uns. Ich hab mich echt schweren Herzens von diesem megablau am Himmel getrennt. Nun ja, wat mut, dat mut. Haben Fred um halb fünf erreicht und hatten noch eine Strecke von ca. 280 km vor uns. Wieder zu meiner Mum, da ist es warm und gemütlich 🙂 Also alles rein, und los gings. Geplante Ankunftszeit laut Navi (was leider noch nicht verstanden hat, dass es auch langsame Autos gibt) war 19 Uhr. Gewohnheitgemäß packen wir dann schon gerne eine Stunde oben drauf. Man kennt ja Freds Geschwindigkeit mittlerweile.

Jo denn, ich glaube kurz vor Karlsruhe dröhnte das Lämpchen – wirklich bis ins Mark. Also wer das überhört und damit übersieht der sollte kein Auto mehr fahren. Vor Schreck bin ich sofort rechts ran gefahren, was diesmal auch sofort ging.

Ölstandkontrollierend schon halb im Dunkeln mit Taschenlampe im Mund stellte ich fest, dass gar kein Öl mehr im Motor war. Das ja mal wieder seltsam. Fred kam doch grade aus der Werkstatt, wo mir gesagt wurde, dass ich zu viel Öl reingeschüttet hatte. Vor lauter Temperaturlämpchengeleuchte auf der Hinfahrt, als ich zuerst dachte, Fred würde Öl fehlen.

Wie gut, dass ich immer einen 5Liter Ölvorrat dabei habe. So hosentaschenmäßig. Ich fahre nie ohne los. 🙂 Also nachgefüllt und weitergefahren.

30 Kilometer später: Wiederum vor Schreck blieb ich mit dröhnendem Lämpchen sofort stehen. Motor aus, Ölstandkontrolle – gähnende Leere. Wo is es denn nu schon wieder hin das Öl? Gibts doch gar nich. Die Abstände wurden kürzer, die geschafften Kilometer immer weniger. Wir hatten uns also ein Dauerdröhnen eingebaut. Tina zählte die Kilometer und konnte mir auf den Punkt sagen, wanns dröhnen wird. Einmal mit absolutem Volltreffer. Jetzt gleich gehts wieder los – und es ging los.

Irgendwo in der Pampa in der Kälte einfach bleiben kam mit total kranker Nima einfach nicht in Frage. Wir hatten sie vorne im Fußraum weich und warm gebettet und hofften nur, dass sie bis zum Zielort durchhalten würde. Ihr jetzt die Kälte der Nacht irgendwo auf einer Raststätte zumuten wäre wohl ihr Ende gewesen. Von früheren Abschleppdienstgeschichten weiß ich, dass Hunde auf jeden Fall im Auto bleiben müssen, dass sie nicht im Fahrgastraum des Abschleppers mitfahren dürfen. Ich selbst aber nicht im Auto bleiben darf und im Fahrgastraum des Abschleppers sitzen muss. Nima ist an dem Abend so schwach gewesen, dass sie sich in Kurven oder wenns hoch auf den Abschlepper gegangen wäre nicht hätte halten können und wer weiß wo rumgefallen wäre.

Und deshalb entschieden so weiter zu machen, bis wir tatsächlich das Ziel erreicht hatten.

Und nun hängen wir hier ein wenig fest, aber sehr gemütlich und warm. Nima geht es im Moment besser, sie kann immerhin alleine in den Garten gehen ohne meine Hilfe, sie frisst und trinkt gut, was vor 10 Tagen gar nicht mehr der Fall war. Da hatte ich einige Nächte hindurch meine Hand an ihrem Bauch, selbst ab und an schlafend, um zu fühlen, ob sie noch atmet. Aber ich schweife ab: denn der Werkstattmeister hat mir zwar ein Stein vom Herzen kullern lassen, in dem er mir verkündete, dass es „nur“ die Ölleitung ist, die da kaputt wäre, aber es eben wohl 6 Tage dauern würde, bis diese bei ihm wäre. Nun hoffen wir, dass es vielleicht doch ein wenig schneller geht und wir am Samstag dann endgültig nach Hause kommen.

Ach ja und tatsächlich habe ich langsam ein wenig die Nase voll. Reisen von Werkstatt zu Werkstatt war nicht mein Traum. Ich frag mich seit Tagen, was mir diese Geschichten wohl sagen wollen. Ich werds rausfinden, da bin ich mir sicher.

 

 

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin und SchrauberLehrling. _____________________________________________________________________________

2 Responses

  1. [asc]

    Hallo,

    ich hoffe Nima kann sich erholen, da ist Fred doch eher das kleinere Problem. Vielleicht tut ihr die Reisepause sogar gut? Ich wünsche euch allen eine problemlose Rest-Heimreise, wenn es soweit ist.

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    • Bo Pohl

      Hallo asc,
      ja die Pause tut Nima sehr gut. Sie erholt sich zusehens täglich ein wenig mehr. Und Fred ist wieder heile. Wir können also morgen weiterfahren. 🙂
      Danke für deine liebe Nachricht.
      Bo

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