The last day with sugar… rohköstlich, vegan, Paleo, befreite Ernährung oder doch lieber LCHF?

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bo beisst riesentomate (1 von 1)
Bo beißt Riesentomate aus dem Garten

Jau, es ist mal wieder so weit. Wie oft hab ich das schon probiert? Wie oft hab ich meine Ernährung schon umgestellt? Wenn ich meine Eltern besuche, was zwei mal im Jahr vorkommt, weil sie 650 km weit weg wohnen, dann fragt meine Mutter schon: was isst du denn gerade und was nicht?

Das finde ich übrigens sehr nett, denn sie stellt sich immer wieder darauf ein und besorgt, was eben gerade dran ist.

Als ich von zu Hause auszog, wurde ich ganz klar und einfach Vegetarierin, und zwar deshalb, weil mir Fleisch bis dahin nicht so doll geschmeckt hat. Das war einfach so, ich hab da nicht drüber nachgedacht. Das ist nun 26 Jahre her.

Dann hab ich irgendwann angefangen über Ernährung nachzudenken und sehr viel zu lesen. Alle üblichen Bücher über Rohkost, über Veganismus, über Paleo, über befreite Ernährung und über LCHF. Natürlich alles fein hintereinander.

Ich fing mit der Rohkost an. 3 Jahre Rohköstlerin (roh vegan), da wurde ich aber nie so richtig satt und war den ganzen Tag mit fast nichts anderem beschäftigt als zu essen. Lecker ja, aber auf Dauer mich selbst doch sehr ausgrenzend. Wenn ich mich an die Hochzeit meines Bruders erinnere, bei der ich dann Salatblätter ohne irgendwas aß, weil sonst nichts anderes passte. Also fing ich wieder an gekochtes zu essen.

Ich wurde Veganerin. Das hab ich ein halbes Jahr gemacht und es fiel mir ganz schön schwer. Es nervte mich, dauernd die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen studieren zu müssen, es schmeckte mir nicht wirklich und mein Gewicht schnellte ruck zuck in die Höhe…

Ok, und dann der Schock für mein ganzes Umfeld. Ich hatte mich über Paleo (Steinzeiternährung) informiert, fand dass das doch das natürlichste sein müsste, denn die Menschheit hat sich seit jeher von Fleisch, Fisch, Gemüse, Nüssen und Beeren ernährt. Ich kam mir vor wie bei einem Outing, als ich meiner Familie und meinen Freunden erzählte, dass ich nun, nach 25 Jahren, wieder Fleisch essen würde. Das war die Zeit in der ich richtig richtig zufrieden und satt wurde. Es ist mir total leicht gefallen, auf die überflüssigen Kohlenhydrate aus den Sättigungsbeilagen zu verzichten. Es war super. Ich hatte ganz schnell die Veganerkilos wieder runter. Mein Körperfett sank auf 19 Komma irgendwas Prozent, es schmeckte und ich hatte das dringende Bedürfnis mich körperlich zu betätigen. Nach einem halben Jahr wiederum hatte sich meine Verdauung noch immer nicht an die neue Art zu essen gewöhnt und ich beschloss:

Jetzt hab ich keine Lust mehr mich einzuschränken, keine Lust mehr zu verzichten, keine Lust mehr Extrawurst zu sein. Ich ess jetzt alles was mir unter die Finger kommt, alles worauf ich Lust habe. FERTIG!

Ja, nix fertig. Innerhalb eines Jahres hab ich mal locker 10 kg zugenommen, aß fast ausschließlich Zucker und weißes Mehl, und ein Arztbesuch wegen einer Erkältung, zu dem ich eigentlich nur ging, weil ich eine Krankmeldung brauchte, ergab, dass ich viel zu hohen Blutdruck habe.

Die Ärztin war von meinen 180 zu irgendwas so erschüttert, dass sie mir gleich am nächsten Tag ein 24 h Blutdruckmessgerät an den Arm packte… lecker. Alle viertel Stunde pumpte sich mein Arm auf und maß meine Werte. Einige hab ich mir angeguckt, dann wurde es mir zu langweilig. Beim Hundespaziergang zum Beispiel maß es 176 zu 110. In Ruhe 145 zu 90. Also einfach zu hoch, und deshalb hab ich mir gedacht ich sollte was ändern. Noch hab ich die Ärztin nicht erreicht, aber Tabletten werde ich auf keinen Fall nehmen. Geht gar nicht.

Also wieder einmal eine Ernährungsumstellung. Ich freu mich sogar richtig drauf. Es ging mir die letzten Wochen wirklich schon auf den Keks dauernd und fast ausschließlich Zucker zu mir nehmen zu müssen. Ja müssen, ich weiß, klar muss ich nicht, aber ich konnte nicht anders.

Also gabs vorgestern noch mal son richtigen Zuckerschock, fressen, was rein ging, inklusive Magenschmerzen, aber das war genau das i Tüpfelchen, was noch fehlte um endlich sagen zu können „SCHLUSS JETZT“ und daraufhin konnte ich es kaum erwarten, am nächsten Tag endlich ordentlich zu essen.

Ordentlich heißt dann ab jetzt kohlenhydratarm. Ganz „einfach“ keine Kohlenhydrate essen, sprich keine Nudeln, keinen Reis, keine Kartoffeln, kein Brot, kein Zucker. Dafür aber Fleisch, Fisch, überirdisch wachsendes Gemüse, Nüsse, Butter, Sahne, Creme fraiche, Kokosfett, Eier .. je höher der Fettanteil desto besser. Geil oder?

Das ganze nennt sich LCHF ~ Low carb high fat~ wenig Kohlenhydrate und viel Fett. Viele Menschen haben damit sehr viel Kilos verloren (hier findest du Suddas tollen Blog dazu) haben kein Herzinfarktrisiko mehr, der Blutdruck hat sich normalisiert, Diabetiker brauchen kein Insulin mehr von außen und so weiter und so weiter. Es ist der Steinzeiternährung (Paleo) sehr ähnlich. Außer dass es zusätzlich so viel fette Milchprodukte gibt, wie du magst. Im Buch Köstliche Revolution von Dr. med Andreas Eenfeldt, ein Schwede, gibts dazu ne Menge Daten und Tips, die sich einfach und in einem Rutsch lesen lassen.

Köstliche Revolution Gesund und schlank durch richtiges Essen (ich pack dir einfach mal den Klappentext hier rein)

einfache Anwendbarkeit und einfache Grundregeln • stellt die gängigen Diäten und das Fettverbot in Frage • neuer internationaler Ernährungstrend hin zu wenig Kohlenhydraten. Fett gilt als der klassische Dickmacher und wird seit vielen Jahren von den Speiseplänen übergewichtiger Menschen verbannt. Doch ist Fett wirklich schuld an den Gewichtsproblemen vieler Menschen im 21. Jahrhundert? Der Arzt und Ernährungsspezialist Andreas Eenfeldt stellt den Glaubenssatz bisheriger Ratgeber radikal in Frage, der Fett als Dickmacher verteufelt hat. Sein Buch revolutioniert die Diätpläne: weg von den Kohlenhydraten hin zu einer fettreichen Ernährung. Laut neuester Erkenntnisse machen Fett und Proteine dauerhaft satt und werden in Energie umgewandelt. Kohlenhydrate hingegen wandelt unser Körper in Traubenzucker (Glukose) um und lagert ihn als Fett in die Zellen ein. Damit entsteht rasch auch wieder ein Hungergefühl, was zu neuer Nahrungsaufnahme und zur Gewichtszunahme führt. Dieses revolutionäre Buch rät dazu, sich mit einfachen Mitteln zu einer besseren Gesundheit zu essen, wie es schon unsere Vorfahren taten.

Für mich klingt das alles mal wieder danach, dass ich es ausprobieren möchte, um raus zu finden, ob`s das jetzt mal endlich das Richtige für mich ist. Ich bin gespannt auf meine Blutdruckwerte in ein paar Wochen. Ich verspreche mir viel davon, denn erst mit dem Getreideanbau und der Industrialisierung sind die ganzen westlichen Krankheiten dazu gekommen. Die Art der Ernährung ist ja irgendwie auch nur eine Rückbesinnung also ja eigentlich nichts neues. Bei sämtlichen Urvölkern, die sich ohne Getreide ernährt haben, gab es keine üblichen Zivilisationskrankheiten. Erst als sie anfingen Getreide und Zucker zu essen änderte sich das drastisch.

Der erste Tag ging mit Feldsalat, Hähnchenschenkel, Paprikagemüse, Sahnesoße, Salami, Sahnequarkjoghurt Mischung mit Zitrone, und einer Orange total leicht über die Runden. Ich bin noch nicht ganz satt geworden, das liegt aber an der Umstellung. Mein Körper kann mit dem vielen Fett im Moment noch nicht so viel anfangen.

Am zweiten Tag war ich schon ein wenig am „Suchen“. Lenkte mich mit „bloggen“ und Wasser trinken ab. Hab ich schon erwähnt dass wir hier das leckerste Wasser überhaupt haben? Wir sind nämlich nicht ans Stadtwasser angeschlossen, weil wir zu weit ab vom Ort sind. Unser Wasser kommt direkt über eine Pumpe 15 m vor meinem Fenster aus der Erde…. 🙂 einfach lecker.

Seit dem ersten zuckerfreien Tag sind jetzt 8 Tage fast vergangen. Richtigen Zucker suche ich zur Zeit nicht. Ab und an etwas süßliches schon eher. Ich hole mir dann einen Löffel voll Kokosmus und alles ist wieder gut. Damit mache ich mir täglich einen Lubrikator, der tut meiner Verdauung ganz gut. Die Idee stammt aus der befreiten Ernährung, in der es unter anderem darum geht, die richtigen Fette wie Kokosöl, Kokosmus, Rohmilchbutter und rohe Eier zu verwenden. Ich schlage also zwei Eier auf, packe ca. 3 Esslöffel Kokosmus und ein paar Erdbeeren dazu und mixe das im Personal Blender. Damit komme ich während der Arbeit gut hin, bis ich so zwischen 14 und 15 Uhr nach Hause komme. Dann esse ich oft einen Salat und Abends dann ne richtig dicke Portion.

Übrigens, die Erdbeeren sind aus unserem Garten, noch übrig vom letzten Jahr, überwintert im Gefrierschrank und immer noch sooooo lecker. Wir hatten so viele. In der Zuckerzeit waren sie mir nicht süß genug, also sind sie im Frostzustand geblieben. Jetzt freu ich mich riesig über Erdbeeren, kleine aber feine Bioerdbeeren.

Ansonsten geht es mir super, ich kriege wieder Lust mich mehr zu bewegen, denke schon wieder an joggen und Kettlebells schwingen, und am Sonntag werde ich die Waage besuchen und sehen, ob sich was getan hat. Außerdem sieht unsere Küche sehr viel ordentlicher aus. Es wird darin geschnippel, gekocht und sogar gespült. Zu Zuckerzeiten hab ich eher den Schrank aufgemacht, mir was rausgefischt und reingestopft.

Wie ernährst du dich? Achtest du auf irgendwas und wie geht es dir damit?

bo unterschrift

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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8 Responses

  1. Micha

    Hallo Bo,
    wieder einmal ein toller Beitrag von Dir!!!
    Ich habe mich immer ganz normal und einigermaßen gesund ernährt und nie Gewichtsprobleme gehabt.Bei einer Größe von 1,79 wiege ich 75kg plus/minus.Vieleicht liegt es auch daran das meine Eltern auch beide schlank waren.Auch mein Sohn und meine Tochter sind beide schlank machen allergings beide (besonders extrem meine tochter) Sport.

    • Bo

      Hallo Micha,
      danke 🙂
      Gewichtsprobleme hab ich auch nicht wirklich, also es ist kein Problem für mich ob ich mit 1,70 55kg oder 65kg wiege. Ich fühle mich nur einfach besser, wenn ich nicht nur Zucker futter und hab dann auch mehr Lust mich zu bewegen. Und solche Dinge wie Blähungen oder gar Darmkrämpfe hab ich eben ohne Zucker und ohne Getreide (Kohlenhydrate) auch nicht. Ich finde es klasse, wenn man sich so im Griff hat, dass man ab und an mal Zucker zu sich nehmen kann, und nicht gleich so übertreiben muss, wie ich.
      Liebe Grüße von Bo

  2. Anja

    Hallo Bo,

    wie sieht denn deine Ernährung inzwischen aus? Ich bin seit gut einem Jahr LCHF’lerin – und meistens bin ich sehr glücklich darüber. Keine Blähungen, kein Bauchweh oder Reizdarm mehr, keine ständige Nahrungssuche. Das ist wirklich sehr befreiend. Ab und an erwischt es mich dann aber doch und ich „gönne“ mir richtig fiese Süßigkeiten. Das kann dann zu schlimmen Fressattacken führen. Halten zum Glück nicht mehr so lange an, wie früher. Getreide oder normales Brot fehlen mir gar nicht, aber eben ab und an die bösen Süßigkeiten. Aber ich finde, es ist ok, wie es ist und Spaß macht es außerdem. 🙂 (Und ab morgen versuche ich viel mehr Wasser zu trinken!

    Herzlicher Gruß von Anja (barfuß natürlich)

    • Bo

      Hallo Anja,
      schön, dass das bei dir so gut läuft. Ich halte mich von Zucker ganz fern. Ich weiß einfach, dass ich beim kleinsten Fitzel wieder voll drauf bin. Ist echt ne Sucht 🙂 Und deshalb lasse ich es ganz. Das tut mir sehr gut. Allerdings habe ich mich doch wieder gegen LCHF entschieden. Ich schaff das mit dem Fleisch nicht. Also mein Körper. Und es macht mir kein gutes Gefühl. Ohne Weizenmehl und ohne Zucker gehts mir gut. Während der LCHF Zeit hat mir Brot etc auch nicht gefehlt. Aber jetzt esse ich es wieder. 🙂 Ein Hin und Her ist das. 😉 Ja, Wasser ist guuuuut.
      Liebe Grüße und danke für deine Nachricht.
      Bo

      • Daniela

        Heyahey Bo,

        da bin ich froh, dass du das mit dem LCHF wieder sein lässt. Ich selbst hab es auch mal probiert und mich ziemlich schlecht gefühlt, weil ich das ganze Fett nicht gewohnt war. Mittlerweile ernähre ich mich HCLF vegan und habe damit 10kg abgenommen. Man muss aber dazu sagen, je mehr Übergewicht man hat, umso schneller arbeitet der Körper daran, es loszuwerden. Deswegen nehmen adipöse Menschen in kurzer Zeit viel mehr ab als normalgewichtige Menschen. Bevor ich vegan wurde, hatte im im Laufe der Zeit 85kg gewogen…. bei einer Größe von 1,72m. Die ersten 10kg bin ich recht schnell losgeworden. Nun aber bin ich an dem Punkt angelangt, wo jedes Kilo ne halbe Ewigkeit braucht ^^
        So sollte es aber auch sein. Dieser ganzer „viele Kilos in kürzester Zeit“-Müll der uns ständig vorgegaukelt wird, ist das ungesündeste was man sich antun kann. Und der Jojo-Effekt kommt. Immer! Das Problem das viele mit Kohlehydraten zu haben scheinen, sind nicht die Kohlehydrate an sich, sondern das Fett. Kohlehydrate machen nur in Verbindung mit Fett dick. Ich persönlich esse abends meistens Nudeln mit Tomatensauce (die „Napoli“ von gut&günstig – die beste Tomatensauce die ich kenne) und davon…. also von den Nudeln gerne mal 300-350g. Das klingt viel, ja. Hab ich mir auch hart „antrainiert“ 😉 Aber es ist immer wichtig, genug zu essen. Wirklich satt zu werden. Hunger ist schlecht. Und da Kohlehydrate um einiges weniger Kalorien haben als Fett, man aber einen Grundbedarf an Kalorien decken muss, isst man automatisch mehr. Dadurch kommt es auch nicht zu Hungerattacken……. okay….. ab und zu…… wenn ich mal meine Pommes brauche. Das liegt aber an mir und nicht an der Ernährung 🙂

        Was ich in der Kurzversion sagen wollte….. lies dir mal das Buch „Die High-Carb-Diät“ (ist in Wirklichkeit keine Diät, aber das Wort „Diät“ macht Menschen neugieriger ^^) durch. Vielleicht hilft es dir ja.

        LG
        Daniela

        P.S. Ich war jahrelanger chronischer Nierenpatient und stand kurz davor, meine Niere zu verlieren. Seit ich mich HCLF vegan ernähre, hat sich der Zustand und die Beschaffenheit meiner Niere entgegen aller Vorstellungen deutlich gebessert. Keine OPs mehr, kein Antibiotika, keine Koliken, etc.

        • Bo

          Hallo Daniela,
          wow, das ist klasse. Ich höre und lese immer wieder, dass Menschen durch eine Ernährungsumstellung ihrer Gesundheit so eine große Wendung geben. Klasse. Da ich nicht zu viel Gewicht habe und dazu noch gesund bin, merke ich eine Ernährungsumstellung nicht soooo dolle. Ich glaube aber mittlerweile, dass jeder Mensch seine eigene Ernährung finden muss, es gibt nicht die Ernährung, die für alle die gleiche ist. Aber raus zu finden, welche nun die richtige für einen ist, ist manchmal nicht so leicht. Bei mir ist das Wichtige, dass ich Weißmehl und Zucker weg lasse, dann geht es mir gut.
          Liebe Grüße von Bo

          Ach ja, danke für den Buchtip, schau ich mir mal näher an 🙂

    • Bo Pohl

      Hallo Alexander,
      danke schön 🙂 Ich hab übrigens drei WP Seiten angefangen und alle auch fertig gestellt 😉

      Liebe Grüße von Bo

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