Mein „Bett“ passt in ein Schrankfach

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Endlich kommt das schon öfter gewünschte Update zum Schlafen auf dem Boden.

Im Mai letzten Jahres hatten wir ja unser Bett aus der Wohnung katapultiert. Matratze und Lattenroste verkauft, das ganze Holz im Fred verbaut 🙂 und so ist es unwiederbringlich weg gewesen.

Hast du selbst vielleicht in der Zwischenzeit ähnliche Versuche unternommen? Hast du versucht mal ein, zwei Nächte auf dem Boden zu schlafen? Hast du vielleicht auch dein Bett verbannt? Sehr viele Kommentare, nicht nur hier, haben uns dazu erreicht. Immer wieder werden wir gefragt, ob wir das noch immer tun, und wie es uns dabei ergeht.

Scheint ein wirklich spannendes Thema zu sein. Für mich nach wie vor übrigens auch. Seit letztem Mai sind wir mit unserer Schlafunterlage noch mal dünner geworden, also ich auch, aber das ist ein anderes Thema (die Rohkost hat mich endlich wieder). Ich hatte lange lange nach einer Schlafunterlage gesucht, sie sollte 1,40 mal 2 Meter sein aber eben nicht so dick, wie ich sie als Matratzenauflage oft gefunden habe.

Dann endlich über Yogamatten, die ja immer zu schmal und zu kurz sind, und Bettauflagen, die immer zu dick waren bin ich bei Shiatsumatten gelandet. Und was soll ich sagen, ich habe eine Firma hier um die Ecke gefunden, die mit Schafswolle Matten füllt. Gerne tun sie das auch in absoluten Wunschmaßen. Breite, Länge und Höhe… wunderbar und dann auch noch zu einem wirklich tollen Preis.

Ich muss dir die Firma hier einfach verlinken auch wenn ich dir damit nur meine reine Begeisterung an Oasia rübergebe. Ich hab dir jetzt die 4 cm starke Matte verlinkt. Ich aber habe eine zwei Zentimeter dicke Matte, die eigentlich den Namen Matte gar nicht mehr verdient, weil sie eher eine dickere Decke geworden ist, bekommen. Diese riecht noch immer so geil nach Wolle, dass es eine Wonne ist darauf einzuschlafen. Mittlerweile sind die 2 cm durchs drauf liegen mal prima zu weniger als einem einzigen Zentimeter geworden. Das ist schön schleichend und unbemerkt passiert, dass ich es gar nicht wirklich gemerkt habe. Was ja normal ist, wenn etwas unbemerkt passiert 🙂

Also du liest schon, ich bin noch immer auf dem Boden, also beim Schlafen. Es ist vielleicht ein klein wenig aufwändiger, jeden Abend die Matte aus dem Schrank zu fischen, die Decke drauf zu werfen und morgens alles wieder einzuräumen, als sich einfach ins, wie es eigentlich immer war, ungemachte Bett zu schmeißen. Aber, wenn ich so zurückdenke, den Blick des öfteren am Tag über das eben ungemachte Bett schweifen lassen zu müssen und zu überlegen ob es eine leichte Möglichkeit geben könnte das nicht sehen zu müssen. Wenn ich zurückdenke, wie es war, wenn spontan Besuch kam, was in unserem Kuhstall recht häufig passierte. Jedesmal schämte ich mich ein wenig, weil mein Bett ja mein Bett ist, meine Bettwäsche meine Bettwäsche, mein Kuschelhund mein Kuschelhund also schon sehr persönlich und ich es wieder nicht mit der Tagesdecke zugedeckt hatte. Also Bettschämen ist nicht mehr, so einfach kann es sein. Schmeiß dein Bett raus und du musst es nicht mehr jeden morgen machen.

Schlafmatte mit unverrutschbarer Hülle aus Baumwolle

Jetzt könntest du sagen: Ja, was ist denn nu bitte der Unterschied, die Tagesdecke auf das Bett zu legen oder alles in den Schrank zu räumen. Was ich dir so genau auch gar nicht sagen kann. Ich empfand das Bett immer als Riesenklotz, der ja nur nachts gebraucht wurde. Tagsüber stand der fette Klotz ja trotzdem im Wohn- und Küchenraum. (Wir haben nur zwei Räume insgesamt) Und nu steht da einfach nichts mehr, wir haben viel mehr Möglichkeiten einfach mal schnell was umzustellen, was wir seitdem auch fleißig getan hatten. Erst stand der Esstisch am Platz vom Bett, dann ne Zeit lang immer der Wäscheständer, wenn er voll war, und seit ein paar Tagen hat Tina ihren Schreibtisch dort hin drapiert. Alles besser, als der dicke Klotz 🙂 Ich fühle mich einfach freier –  was ja irgendwie logisch ist, ein Klotz weniger.

Dadurch, dass ich aber ja nun wirklich überall seligst schlafen kann, weil ich nur ne Decke unter mir dazu brauche, mache ich das auch. Für Fred brauchts keine extra Matratze, die, wenn wir nicht unterwegs sind irgendwo gelagert werden muss, oder jedesmal hin und her geschleppt werden muss. Wir nehmen einfach die tolle Shiatsumatte. Die ist etwas schwerer als ne normale Schafswolldecke.

Worauf du wirklich achten solltest ist die Dämmung. Im Kuhstall , wussten wir es genau, weil wir sie selbst eingebracht hatten, dass teilweise 20 cm Dämmung unter dem Holzboden sind. Im Winter einfach im Atelier schlafen ohne eine Isomatte dabei zu haben ist für Tina dann schon richtig richtig kalt gewesen. Ich sage nur Garage – unbeheizt!!! Zum Glück hat sie jetzt ein beheizbares Atelier und schläft da einfach auf einer Wolldecke auf dem Boden, wenns mal länger dauert mit der Malerei.

Es ist wirklich auch das Unabhängig sein, von Hotels, Matratzen und Sonstigem. Im Sommer geht das nämlich auch, wenn man ohne Isomatte und ohne Decke schlafen möchte. Wo auch immer. Boden ist überall, erdet bestimmt auch ordentlich direkt auf der Erde zu schlafen 🙂 Wenn ich aber genauer darüber nachdenke, dann weiß ich ja, dass nachts die Feuchtigkeit aus dem Boden hochsteigt und um kurz Tinas Worte zu nutzen: „Ohrenkneifer, Schnecken, Mücken!“ bin ich mir dann nicht so sicher auf ner Wiese zu schlafen zu wollen.

Ich freute mich also immer noch jeden Morgen darüber, dass im Kuhstall alles in zwei Schrankfächer verschwand. Ich freute mich ist quatsch, ich liebte es, ich war begeistert. Die Wohnung war sooooo viel größer, also jetzt wirklich viel zu groß. Denn, wie du weißt tanzen wir ja nicht so oft.

Jetzt möchtest du sicher auch noch wissen, ob sich körperlich bei uns etwas verändert hat.

Tina sagt:“ Ich habe lange nicht mehr so dolle Schulterschmerzen, nach Jahren sind die fast weg.“  und ich ergänze:“ Mein Rücken ist besser geworden, ich fühle mich grader“ Was auch immer das heißt. „Ich spüre noch immer ab und an meine Hüftknochen, so als hätten sie manchmal einen kleinen blauen Fleck, aber stören tut´s mich nicht. Und, ich schlafe viel tiefer, entspannter, wache meistens nachts überhaupt nicht auf, was früher oft der Fall war. Dann lag ich da rum und wälzte Gedanken. Das gibt´s auf dem Boden gar nicht mehr. Ich leg mich hin und bin ein paar Minuten später einfach weg. Ich wusste gar nicht, dass das so gehen kann 🙂 „

Tina hatte zwischendurch zwei Nächte auf einer harten Kapokmatte geschlafen, morgens fühlte sie sich verbogen, irgendwie durchgehangen. War ihr alles viel zu weich. Selbst das Enkel schlief wunderbar neben ihr auf der dünnen Matte, also auf dem Boden. Ich bin mir gar nicht sicher ob er gemerkt hat, dass er fast auf dem Boden geschlafen hatte.

Ok, was man ohne Bett natürlich nicht mehr machen kann ist, sich in es hineinzuwerfen. Auf dem Boden würde ich das eher nicht empfehlen 🙂 Aber eigentlich vermisse ich nichts, denn, wann hab ich mich schon mal so richtig ins Bett geworfen?

Es hat wirklich, wirklich überhaupt nichts mit Askese oder Quälerei zu tun, nach ein paar Tagen ist es tatsächlich gemütlich. Wie eben beim Schuhe ausziehen, nach einiger Zeit ist es normal und gemütlich barfuß zu laufen. Nur beim Schlafen finde ich, geht der Übergang viel schneller. Keine Schuhe zu brauchen, den ganzen Sommer über, ist ähnlich befreiend, wie kein Bett zu brauchen. Leider kommt ja dann immer wieder der Herbst und der Winter, das Bett kann wegbleiben, aber die Schuhe leider nicht.

Und dann gibts da noch ein kleines Schlafupdate, seit wir umgezogen sind: Wieder mein eigenes Zimmer zu haben ist übrigens super toll. Es hat eine perfekte Größe von 8,5 Quadratmetern und für den Moment habe ich mich entschieden auf der dünnsten, 2,5 cm starken,  selbstaufblasenden Isomatte, die ich finden konnte, zu schlafen. Die Dämmung direkt im Erdgeschoss über dem ungeheizten Keller braucht doch etwas mehr. Für ab dem Frühling ist die Matte daher super. Habe mir von den alten Vorhängen vom Kuhstall eine Hülle genäht, in die die Matte genau reinpasst. So liege ich nicht direkt darauf, sondern auf Baumwolle. Morgens öffne ich das Ventil, für Lüfung und Trocknung meiner Atemluft im Innenbereich der Matte und schiebe sie neben den Schrank, weitere 5 Sekunden benötige ich, um die Decke im Schrankfach zu verstauen.

Schlafmatte neben dem Schrank
Winter und Sommerdecke im Schrank

Abends gibts zwei Puster in die Matte, Ventil wieder zu und Decke aus dem Schrankfach oben drauf. Für den Winter hab ich von meiner Mum ein cooles Schafsfell mitnehmen dürfen. Leider ist es ein wenig zu kurz, sodass meine Beine ab den Waden direkt auf dem Holzboden liegen. Was mir als Fußfrostmotte viel zu kalt ist. Ich überlege noch, wie ich dieses tolle Fell verlängern kann. Bis zum nächsten Winter ist ja was ein Glück noch richtig viel Zeit 😉

Der Vorteil der Isomatte ist natürlich auch noch der, dass sie locker in meinen kleinen Rucksack passt, man kann sie in der Länge falten und damit recht klein zusammenrollen. So kann ich sie überall hin mitnehmen. Ich verrate es lieber nicht, dass ich das sogar in einem 5 Sterne Hotel getan habe. Das Bett blieb unberührt 🙂

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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6 Responses

  1. Eva

    Hallo Ihr beiden,
    klasse, Euer Update. Das minimalistische Schlafen hat Bestand bei Euch. Hut ab! Ich war schon ganz gespannt, ob Ihr es auch im Winter praktizieren könnt. Ihr zeigt, dass es – mit ein bisschen Probieren und Tüfteln – funktioniert. Schaffelle haben auch bei mir seit Jahrezehnten ihren Platz: auf Sessel, Hocker, Bürostuhl, im und vor dem Bett – überall, wo ich es gemütlich und kuschelig haben möchte. Auch damals im Bus hab ich auf Schaffellen geschlafen und mich mit Schafwolldecken zugedeckt – perfekt für einen Winter im Campingbus 😉
    Ihr habt vollkommen Recht: Ohne herkömmliches Bett hat man fast einen Wohnraum mehr. Das ist tatsächlich eine Überlegung wert.
    Alles Liebe für Euch
    Eva
    Eva kürzlich veröffentlicht…Wag es! – Lyrik für Barfußeinsteiger und solche, die es werden wollenMy Profile

    • Bo Pohl

      Hallo liebe Eva,
      na dann bin ich ja mal gespannt, ob ihr demnächst auch einen Raum mehr zur Verfügung haben werdet 🙂 Es scheint doch für einige sehr interessant und für manche auch ansteckend zu sein. Freu mich über Erfahrungsberichte diesbezüglich 😉
      Liebe Grüße von Bo

  2. Lia

    Liebe Bo,
    ich würde ja gerne wissen, ob Du auf der Plastik-Isomatte genauso tief und entspannt liegst, wie auf der schafwollenen. Für unterwegs sind die Dinger ja wirklich praktisch.
    Ich schlafe auf einem auseinandergeklappten Karton und 2 hintereinander gelegten alten Schaffellen. Tagsüber „wohnen“ die Schaffelle in Korbstühlen 🙂

    Liebe Grüße von Lia

    • Bo Pohl

      Hallo liebe Lia,
      gerade die letzten Nächte, oder besser die Morgende danach denke ich über genau das nach 🙂 Jetzt wo es wärmer wird ist mir das Plastik am Körper, auch wenn ein Laken dazwischen ist, immer unangenehmer. So dass ich überlege es einfach mal wieder mit dem schönen Schafsfell zu versuchen.
      Wieso nutzt du einen Karton unter den Schafsfellen? Isolierung? Das ja dann auch praktisch mit der Tagesvariante, braucht noch nicht mal Platz im Schrank. Auch nicht schlecht.
      Danke dir, macht mir grade klarer, dass es ev wirklich das Plastik ist.
      Liebe Grüße von Bo

  3. Lia

    Liebe Bo,
    danke für Deine Antwort. Das hilft mir weiter bei meinen Überlegungen für unterwegs. Mal sehen was mir dafür einfällt…
    Ja der Karton ist zur Isolierung (kalte Fliesen ohne Keller drunter, brrrrr…) und zum Ausgleich der tiefen Fugen, und: Fliesen sind soooooo viel härter als Holz 🙁

    Gute Entspannung auf Deinem „neuen“ Schafsfell 🙂 wünsche ich Dir, Lia

    • Bo Pohl

      Guten Morgen liebe Lia,
      ich bin auch sooo glücklich, dass ich auf echtem Holz schlafen darf 😉 und ja ich teste bald den Unterschied zwischen der Isomatte und dem Schafsfell. Noch muss ich mir was für das fehlende Stückchen ausdenken 🙂

      ganz liebe Grüße aus Lübeck

      Bo

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