Kuhstall update

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Der Ofen ist fertig

… noch trocknet er ein wenig vor sich hin. Spätestens morgen abend werden wir ihn ganz langsam, also mit kleinem Feuerchen anheizen.

Nur zur Sicherheit, einfach damit nichts reißt, weil es vielleicht zu schnell trocknet.

Nachdem der Ofenbauer unsere Dampfmaschine, so sah der Ofen nämlich ohne Ummantelung aus, aufgestellt hatte, war es mein Part ihn zu ummauern. Als Wärmespeicher so zu sagen.

Der Ofenbauer hatte mal locker ein Loch im Bauch von all meinen Fragen, wie das, wie dies, warum so, geht das so? Zusätzlich hatte ich noch ein paar geniale Tipps vom erfahrenen Maurer bekommen, und so konnte es los gehen.

Steine aus dem Willendorfer Urwald holen, (dort waren sie seit Jahren sicher unter einer dicken Plane gelagert)

Karre beladen, über die Hügelchen schieben oder ziehen, ganz wie auf der Tour. 🙂 Dann jeden einzelnen Stein mit Spachtel und Drahtbürste von allen 6 Seiten von Dreck, Moos und Lehmresten befreien und fürs Mauern vorbereiten.

Das hieß mit der Riesenflex Steine zu halbieren, zu dritteln, anzupassen. Ein kleines Australien ist so im Hof entstanden, rote Erde. Ein bisschen Regen und alles wird verschwunden sein. Dennoch, mein Respekt vor dieser Maschine bleibt, mein rechter Arm ist doppelt so dick wie vorher, mein Kreuz mag nicht mehr. Hochkonzentriert hab ich die zu bearbeitenden Steine geschnitten, ein kleiner Wackler und der Stein würde meterweit fliegen, die Flex sich nahe in Richtung meiner Beine schleudern lassen. So schnell kann ich einfach nicht reagieren. Vorweg: alles ist gut gegangen, bis auf eine Deckelplatte, bei der sich die Flex kurz verkantet hat und die durch den Flug kaputt gebrochen ist. Mit Reststücken ließ sich das aber auch ohne die fünfte Platte lösen.

Normalerweise mag ich ja dieses Mörtel-, Beton- Putzgematsche überhaupt nicht. Durch die ganzen tollen Tipps der Profis hatte ich schon mal keine Angst mehr vorm Bau des Ofens und dann hat das so gut geklappt, dass es mir sogar richtig Spaß gemacht hat. Keine Sorge: Ofenbauerin werde ich jetzt nicht. Aber ich bin froh, diese Chance gehabt zu haben, wer hat schon im Leben die Möglichkeit sich selbst einen Ofen zu bauen, es sei denn er macht es beruflich.

Ich finde ihn wunderschön sympatisch schief und beulig. Ein Profi hätte das nicht so hinbekommen, dessen Anspruch wäre wohl die Waage gewesen. Die allerdings hab ich tatsächlich nur zum einsetzen der Deckelplatten benutzt, damit es einigermaßen gerade aussieht. Alles andere kam wie es kam.

Und damit du dir jetzt auch mal eine Vorstellung machen kannst, wie das gute Stück denn nun aussieht hier ein paar Bilder 🙂

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Die ersten Steine liegen mal so da 🙂

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Unten sind drei Kaltluftgitter, die die kalte Luft, die sich ja bekanntlich am Boden befindet in den Ofen ziehen.

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Steine an den Ofen anpassen. Fummelig, fummelig

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Sieht gefährlicher aus, als es war 😉

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Er wächst…

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…und wächst.

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Bald kommt ein kniffliger Teil. Der Ofeneinsatz rechts, darf nicht berührt werden, aber Steine sollen dort trotzdem drüber. Also Sturz bauen, nur wie?

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Tipp vom Profi: halbe Steine auf eine Stütze, mit ganz kleiner Rundungserhöhung zur Mitte hin, und sehr schmaler Fuge einsetzen. Hält.

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Die beiden Flex haben ordentliche Arbeit geleistet.

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Hier sind schön die Deckelplatten zu sehen. Und auch die Mogelplattenteile vorne, weil eben die 5. Platte kaputtgebrochen ist.

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…rote Erde… rote Autos…. Kleinaustralien auf ein paar Quadratmetern.

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In Teamarbeit die Rundungen für das Ofenrohr in drei Steine geflext.

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passt. Oben sind Warmluftgitter eingebaut, die die warme Luft wieder in den Raum pusten. Man kann sie öffnen oder schließen und so die Luft dort hin schicken, wo man sie gerade eher braucht. Denn der Ofen steht genau zwischen Atelier und Wohnraum.

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… ganz stolz, keiner ist kaputt gegangen.

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Die Trennwand über dem Ofen kann man hier gut erkennen. Und die nächste Aktion ist auch schon in Gange. Boden ausgleichen und dämmen.

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…von der anderen Seite.

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und von oben 🙂

Nun kann der Winter gerne kommen, ich freu mich schon und bin gleichzeitig so sehr gespannt, welche Wärme der Ofen erschaffen wird, ob er es schafft beide Räume warm zu kriegen?

Was fehlt?

Eindeutig Holz. Ein paar Vollholzreste, die aus meiner Zeit des flitzenden Helferleins als Allroundhandwerkerin noch übrig sind werden wohl innerhalb von 2 Wochen restlos verbraucht sein. Also morgen Holz ordern. 🙂 Und eine grooooße Lagermöglichkeit in der Wohnung aufbauen, damit wir nicht dauernd raus rennen müssen Holz vom Stapel vor der Tür holen.

bo unterschrift


 

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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8 Responses

    • Bo

      Hallo Inken,
      irgendwie stimmt das ja. Sollten wir mal drüber nach denken. 😉
      Liebe Grüße von Bo
      Übrigens das erste kleine Feuerchen hat er gut überstanden

  1. scratch

    Wowwwww…..RESPEKT !!!!! Ganz ganz tolle Arbeit !!! Vor allem die Rundungen fürs Ofenrohr…sprachlos—-
    Ihr seid ein gutes Team und so mutig . Wird bestimmt die knuffigste Hobbithöhle der Welt, vor allem mit diesem Kunstwerk von Ofen.

    • Bo

      Hallo Scratch,
      ja bestimmt… und uns besuchen ist dann auch warm und gemütlich und nicht mehr so provisorisch.
      Bis zum nächsten Mal
      Liebe Grüße von Bo

  2. [asc]

    Was für ein schönes Stück! Meine Bewunderung!

    Nun frage ich mich als zentralbeheizter Mensch: was ist das für ein Kasten hinter der Brennkammer(?), in den das Ofenrohr gebogen reingeht und dann nach oben wieder raus? Ein Wärmetauscher? Ein Warmwasserbehälter?

    • Bo

      Hallo asc,
      Danke schön und: ja genau, dort wird die heiße Luft noch einmal durchgejagt und gibt uns somit einfach noch mal ihre Wärme. Gute Idee, sonst würde alles viel zu schnell durch den Schornstein verschwinden… wer will das schon?
      Liebe Grüße an die Zentralheizung von Bo 🙂

  3. Eva

    Hey Bo,
    spannend, Dein Bericht über den Bau des Ofens. Eine Menge Tüftelarbeit und erstaunlich wenig „Ausschuss“. Du hast vorher wirklich gut geplant. Wie macht er sich denn? Habt Ihr ihn schon gut gefeuert? Heizt er beide Räume zufriedenstellend? Klappt die Warmluftzirkulation? Wird er ausschließlich mit Holz befeuert oder kommen auch Brikett zum Einsatz?
    Ich wünsche Euch Gemütlichkeit und Frohsinn
    Liebe Grüße
    Eva
    Eva kürzlich veröffentlicht…Winterspaziergang Dreiländereck SchwarzenbergMy Profile

    • Bo

      Hallo Eva,
      🙂 uns ist sooooo warm, oft lassen wir den Ofen ausgehen und abkühlen, weil es uns so warm ist. Holz ist seit gestern auch genügend vor die Tür gekippt worden. Gestapelt wird nächste Woche, wenn drinnen soweit erst mal das meiste fertig ist. Wir haben vor, ausschließlich mit Holz zu heizen. Wir könnten aber auch Brikett nutzen, dem Ofen ist das egal. 🙂
      Ich wünsche dir/ euch eine tolle Zeit
      Liebe Grüße von Bo

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