Husum macht uns zu uHus

Eingetragen bei: Sohlenbrenner Tour 2016 | 6

uHus, das sind die, die unter Hundert Kilometer bis zum Zieleinlauf zu gehen haben. Und da gehören wir seid heute mittag dazu. Jippieh. Und genau an dieser Tankstelle ist es passiert. 🙂 Wie passend, dass Diesel grade n Euro kostet.

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Schon viele Tage lang zähle ich die Male wie oft ich noch das Zelt aufbauen, wie oft ich es noch abbauen muss, wie viele Tage ich noch gehen muss, wie viele Kilometer es noch sind. Ich wünschte mir nichts mehr, als endlich am Ziel zu sein, damit die Tour einfach rum ist. 73 Tage sind wir nun unterwegs und mir reicht es. Bis gestern ungefähr. Da blitze es auf einmal durch meinen Schädel und auch durch meinen restlichen Körper, dass, wenn ich da oben an diesem einen imaginären Punkt ankomme, dann ja alles vorbei ist. Nun bin ich innerlich ein wenig dabei durcheinander zu geraten, denn noch immer möchte ich endlich nach Hause, endlich ankommen, aber so richtig vorbei sein sollte es auch nicht. Denn am Ziel ist einfach Ende, dann ist es vorbei, und da ich mir sicher bin, dass ich so eine Aktion nie wieder unternehmen werde, kommt schon ein wenig Traurigkeit mit ins Ziel.

Wenn ich mich erinnere, welches Gefühl es war, die ersten 100 Kilometer geschafft zu haben. Ich hatte es gar nicht richtig gemerkt und schon gar nicht gewürdigt. 100 Kilometer, das war da unten im südlichen Süden noch so gar nichts, noch so endlos entfernt vom großen magischen Zielpunkt Sylt. Das war so minimal so klein so unscheinbar.

Und wenn ich mir jetzt die 100 Kilometer ansehe, die noch vor uns liegen, dann sehe ich ein lockeres entspanntes mal eben nach Sylt gehen. Klar sind wir jetzt sehr viel trainierter als am Anfang. Damals, „damals“ wie das klingt, aber so ewig her kommt es mir vor, also damals waren 15 Kilometer am Tag eine wirkliche Leistung für uns, damals war das alles noch so neu, damals mussten wir uns in alles erst rein finden. Heute sind 15 Kilometer am Tag für uns ein lockerer Spaziergang, auch 20, 25 Kilometer sind locker zu schaffen. Selbst im Regen, oder Sturm…. Hauptsache ab und an kommt mal eine überdachte Bushaltestelle des Weges. In Nordfriesland sind die eher selten gesät. Hier sollte man einfach abgehärtet genug ankommen, damit man so was einfach nicht mehr braucht.

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Wir gehen also morgen locker von Husum aus in Richtung Norden weiter, werden den letzten wilden Platz zum zelten finden, um dann am Montag in Dagebüll anzukommen. Und Dienstagnachmittag schon können wir von Klanxbüll aus den Zug über den Hindenburgdamm nach Morsum auf Sylt nehmen. Eine Station 🙂 Dann sind es noch 30 Kilometer bis zur nördlichsten Kante oben am Strand von Ellenbogen. Die teilen wir uns gemütlich in zwei Etappen, so dass wir Donnerstag im Sand buddeln können.

Ich freu mich mega darauf, weiß aber noch nicht so genau, was ich damit dann anfangen kann, was das Danach dann so mit mir macht. Rolf, der Filmer 🙂 wird auf jeden Fall die letzen Kilometer mit dabei sein und den Zieleinlauf für dich und auch für uns festhalten.

Gestern und heute gabs noch ne nette neue Bekanntschaft auf unserem Weg. Besagte Bushaltestellen sind wie schon erwähnt in Nordfriesland eher mager gesät. Dementsprechend wenig hatten wir gestern gesessen und Pause gemacht. In der Ferne tauchte ein Gebäude auf, an dem Fahnen wehten. Das bedeutet eigentlich oft, dass dort jemand was verkaufen möchte, und oft eben auch dass es dort Bänke gibt. Näher randackelnd erkannte ich, dass es sich um eine Fischräucherei handelte und mir lief schon das Wasser im Mund zusammen. Neulich, also sehr neulich hatten wir an der B3 in der Nähe von Northeim an einer Fischräucherei Stremellachs gegessen und der war einfach göttlich lecker. Ich hoffte auf ähnliches hier. Diesmal probierten wir Heilbutt, nicht ganz so mein Fall, aber doch irgendwie lecker. Es gab Tische und Bänke und es gab ne große grade grüne Wiese. Kurzerhand gefragt, ob wir bleiben durften kam als Antwort ein kurzes nordisches : „bis um 9“ und wir bauten unser Zelt auf. Supergenial. Später kam er dann noch vorbei und zeigte mir, wo wir Wasser und Strom finden könnten. So nett.

Heute morgen dann, als wir vor 9 – logischerweise – aufbrachen, war er gerade dabei seinen Fischwagen zu füllen. „Na, wo gehts denn heute hin?“ „Nach Husum“ „Ach, da fahr ich gleich hin aufn Markt, vielleicht sehn wir uns ja dort“.

Jo, und dann sind wir hin aufn Markt und hamm uns gesehn. Die beiden Fischbrötchen, die wir bestellt haben, die sind uns dann auch noch spendiert worden. So lecker und so was von nett. Danke schön!

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Wir planen auf jeden Fall einen erneuten Besuch in Husum, dann mit der guuuten Kamera. 🙂

bo unterschrift


Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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6 Responses

  1. tobias

    Noch ein vorteil am zufußgehen: Dir kann der dieselpreis herzlich egal sein.

    Gäbe es theoretisch tiden, die es erlauben, zu fuß über das wattenmeer nach Sylt zu spazieren?

  2. Manuel

    Bald isset geschafft. Ich ziehe meinen uralten Lieblings klappzylinder ,den ich hier rumliegen habe , vor euch ^^

    Wie siehts mit der Fußsohle aus? Hat die sich wieder gefangen?
    Manuel kürzlich veröffentlicht…HobbitCon 4My Profile

    • Bo

      Hallo Manuel,
      cool, n alter Klappzylinder! Die Sohlen haben sich ganz gut erholt. Was ein Glück. Danke der Nachfrage 🙂
      Liebe Grüße vom letzten Campingplatz
      Morgen Nachmittag ists geschafft … jippieh
      Bo

    • Bo

      Moin Inken,
      noch nichz ganz gleich…. morgen…. aber ist ja fast gleich. Ich freu mich soooooooo
      Grüße von Bo

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