Gastartikel: Schlafen auf dem Boden der Tatsachen

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Es gibt tatsächlich noch mehr Menschen, die einfach nur auf dem Boden schlafen und sich dabei wohl fühlen. Und da ein Kommentar einfach zu lang geworden wäre gibts hier für dich einen

Gastartikel von Daniela:

(Kommentare zum Artikel werden direkt von Daniela beantwortet)

Vor ca. 1,5 Jahren hat sich ein wichtiger Teil meines Lebens radikal geändert…… okay….. wenn man außer Acht lässt, dass ich mir mein Fell das erste Mal (auf 12mm) gestutzt hab.

Ich bin und war schon immer ein neugieriger und experimentierfreudiger Mensch. Ich habe nie etwas einfach so hingenommen. Meiner Meinung nach hat alles im Leben seinen Grund.

Als ich noch bei meiner Mama wohnte, kauften wir für mich eine 349,90 € teure Schlafcouch. Für manche ist solch ein Betrag nicht der Rede wert. Für uns war es ein Vermögen!

Mama wollte, dass ich die weinrote Version nehme. Aber es sollte MEINE Couch werden, also nahm ich die Schwarze. Schlicht, einfach, unauffällig.

Aber ich schweife ab… meine Couch hat mir bei Mama ca. 3 Jahre einen treuen Dienst erwiesen und kam auch mit in meine erste eigene Wohnung, dort weitere 2 Jahre. Doch irgendwann merkte ich, dass ich so naaach und naaach nicht mehr wirklich erholt und ausgeschlafen war, wenn ich morgens aufwachte. Dann wurde aus dem „morgens“ Mittag und aus „Mittag“ Nachmittag. Nix, keine Besserung. Es wurde sogar schlimmer. Letztendlich fühlte ich mich bei jedem Aufwachen so, als ob mich ein Bus überfahren hätte. Mein Rücken war wortwörtlich wie Draht. Ich konnte mich kaum noch bewegen. Auf Youtoube fand ich dann ein geniales Video von Johannes Kwella, in dem er natürliches artgerechtes Schlafen anhand des Schlafverhaltens eines Hundes erklärte. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, denn ich war schon kurz davor, auf so eine 36-Zonen-Blabla-Geschichte rein zu fallen. Mein Entschluss stand fest:

Die Couch musste weg!!!

„Aber dann hätte ich keinen Schlafplatz mehr“….. dachte ich. Dann jedoch erinnerte ich mich daran, dass ich ab und zu einfach aus Jux und Tollerei auf meinem Teppich saß, …..müde wurde und dann ziemlich schnell darauf einschlief. Als ich wieder aufwachte, fühlte ich mich putzmunter und hatte keinerlei Beschwerden (mal von der eingeschlafenen Hand abgesehen).

Also bestellte ich mir einen neuen Läufer (der alte Teppich fiel fast schon auseinander) und „machte mein Bett“. Als ich nach 1 Minute fertig war, guckte ich mir das Ganze mit einem breiten Grinsen an und dachte mir „Ey, dir hat man doch echt ins Hirn gesch…… du verrücktes Weib!“ und konnte es kaum erwarten, dass es endlich Abend wurde.

Auf der Schlafcouch TV gucken war echt bequem…… auf dem Boden nicht wirklich. Also schaltete ich die Kiste sehr bald aus und versuchte zu schlafen. Doch mit der Tatsache, dass ich in Zukunft wirklich „nur“ auf so nem Läufer schlafen würde, merkte ich, dass das ganz schön hart und unbequem ist. Dennoch schlief ich ziemlich schnell ein. Und mir fiel auf, dass ich nachts gefühlte 1.000 Mal aufgewacht bin, um meine Position zu ändern.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich ausgeruht, erholt und war sehr schnell wach. Ich hab mich noch nie…… NOCH NIE auf das nächste Mal Schlafen gefreut. An dem Morgen konnte ich es jedoch kaum abwarten, wieder pennen zu dürfen.

Als es dann endlich wieder Abend war und ich mich hinlegte, wurde ich unsanft auf dem im wahrsten Sinne des Wortes „Boden der Tatsachen“ geholt….. aua…. meine Schulterblätter, meine Schultern an den Seiten, meine Hüftknochen und der Bereich wo der Hintern anfängt…. alles tat mir weh. Druckschmerzen. Egal…. ich war müde und *schnaaaaaaarch*.

Ich dachte mir „Na toll…. jetzt biste vom Regen in die Traufe gewandert, oder was?“. Das mit den Schmerzen ging dann jedoch nur ca. 1,5 Wochen so und klang schon nach 1 Woche ab.

Ich hatte seit Ewigkeiten nicht mehr so gut geschlafen. Auch das nächtliche Aufwachen wurde weniger. Wobei ich sagen muss, dass ich morgens wacher war, wenn ich nachts öfter aufgewacht bin.

Achja…… ich bin zwar eine Frau….. aber keine feminine Frau…. was dazu führt, dass ich mich auf meinen Schlafplatz gepflanzt habe wie ein Gorilla…. linkes Bein zur Seite angewinkelt und *flatsch* war der Hintern am Läufer angedockt.

Durch das auf dem Boden schlafen verbesserte sich zudem meine Beinmuskulatur, da ich ja nicht mehr einfach aus dem 90°-Winkel aufstand, sondern mich vom Boden hochdrücken musste.

Als ich meiner Familie davon erzählte, schüttelte sie nur mit dem Kopf, weil ich wieder so ne „komische Idee“ hatte. Ernst nehmen: Note 6!

Meine Nachbarin bezeichnete mich als „Neandertaler“, weil ich neben dem Schlafplatzwechsel auch mit dem minimalistischen Leben anfing.

Der beste Kommentar einer Bekannten war jedoch „Das ist aber nicht normal…. da solltest du mal zum Orthopäden gehen“, weil ich ihr sagte, dass ich mittlerweile nicht mehr beschwerdefrei in „normalen“ Betten bzw. auf Matratzen schlafen kann. Warum sollte ich zu nem Arzt gehen, wenn ich eine für den Körper ungute Situation aus meinem Leben streiche und es vor allem meinem Rücken so gut geht wie schon lange nicht mehr?

Leute…. lasst euch von Werbung nicht verarschen. Die wollen alle nur eure Kohle, sonst nix. Überlegt mal, wie viele junge und alte Menschen auf der Welt auf dem Boden schlafen, ohne 462-Zonen-Schrott, und trotzdem beschwerdefrei liegen und vor allem leben! Die Natur (und auch die Evolution) hat es nicht vorgesehen, dass wir 8 Stunden regungslos wie ein Hotdog schlafen.

Und es gibt noch einen Vorteil: Ihr könnt wirklich ÜBERALL pennen!!!

Liebe Grüße

Daniela

P.S. Anbei ein Bild, wie mein Schlafplatz aussah und eine Zeichnung, wie ich mir meinen zukünftigen Schlafplatz vorstelle.

 

Neugierig, introvertiert, hypersensibel (sowohl im positiven als auch negativen Sinne), aufmerksam, schreckhaft, geruchsblind, Naturliebhaber, Minimalist, „Hundeflüsterin“, Genussmensch und Ökofreak.

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