Der erste Spaziergang des Jahres ~ barfuß ~

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Tarahumara
Ein Tarahumarafuß

Gestern, als ich von der Arbeit kam und die Sonne so wunderbar schien, hatte ich ruck zuck Schuhe und Socken in die Ecke gepfeffert, mir die Hunde geschnappt und bin los… huiuiui… doch noch ganz schön kühl der Boden und pieksig bis zum Anschlag. Meine Güte was so ein kurzer Winter mit Schuhen den Füßen alles antun kann 🙂 Die halten ja nich mehr viel aus! Was ein Glück hatte ich die Huaraches mit und zog sie an. Da hab ich dann auch mal gleich gemerkt wie „dick“ die Sohlen der Nimbletoes eigentlich sind,  obwohl sie ja gegenüber „normalen“ Schuhen dünn sind. Die hatte ich den ganzen Winter über in Ermangelung eines richtigen Barfussschuhs getragen. Siehe auch den Barfussschuhtest vom Januar. Die Huaraches mit ihren 4mm lassen mich die Wurzeln und Steinchen doch ganz schön spüren. „Schön“ im positiven Sinne 🙂

Heute dann, die Sonne schien schon wieder so genial vom Himmel, es waren ungefähr 12° im Schatten, hab ich es andersrum gemacht. Die erste kurze Strecke mit vielen Schottersteinen und Bucheckern ging ich mit Huaraches und den weiteren Weg barfuß. Jahu… es geht doch noch, und dazu erstaunlich schmerzlos und warm. Also noch hat der Boden hier eine nette Kühle, aber es fällt beim gehen gar nicht auf. Trotz Ministeinchen und altem trockenem Gestrüpp lief es sich wunderbar. Hätte ich nach dem Autschen gestern gar nicht erwartet.

Unterwegs hatte ich ja gleich wieder den Traum der Träume im Kopf: einmal von Süden nach Norden durch ganz Deutschland zu gehen, mit Rucksack, mit Zelt, mit Hunden, aber ohne Schuhe.

Andere laufen barfuß über die Alpen. Martl Jung zum Beispiel. Warum also nicht. Tarahumarafüße müsste ich haben 🙂

Aber da ich ja dieses Jahr viel früher damit angefangen habe barfuß zu laufen (letztes Jahr hatte ich mich erst Ende August wieder richtig getraut), härten sich meine Füße ja viel mehr ab, und ich kann vielleicht länger in den Herbst reingehen. Ich bin sehr gespannt auf mein neues Barfußjahr.

Wie hast du deinen „Barfußwinter“ rumgekriegt? Mit oder ohne Schuhe?

bo unterschrift

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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19 Responses

  1. Wiebke

    Hi Bo,
    ganz viele liebe Grüße aus Kiel. Voll schön Deine Seite gefunden zu haben. Habe supergerne darin gestöbert 🙂
    Bin auch begeisterte Barfüsslerin und ich finde wir Schwarzfußindianer müssen zusammenhalten.

    Wiebke

    • Bo

      Moin Wiebke,
      wahnsinn… meine Seite existiert grad mal zwei Wochen und sie wird schon gefunden… wie schön ist das denn? Ich freu mich so.
      Schwarzfussindianer find ich gut, gefällt mir. Läufst du denn das ganze Jahr über barfuß?
      Und wenn ja, wie hast du es geschafft?
      Ich bin so neugierig…
      Bo

  2. Ralf

    Hallo Bo, weitgehendst ohne Schuhe, also barfuß. Wobei ich sagen muss, die meisten Strecken oder größere Strecken mit Auto und das was ich barfuß gehe wird so kordieniert das die Strecken barfuß im Winter gut zu packen sind. Ich laufe jetzt ca. 6 Jahre barfuß ganz jährig

    • Bo

      Hallo Ralf..
      wow, wie hast du den Übergang geschafft, wenns echt nass und kalt wird? Läufst du einfach weiter? 🙂 Und, was mich ja dringend interessiert: ist es wahr, dass man zwei bis drei Jahre braucht, um wirklich völlig unempfindlich gegen alles, was einem so auf dem Boden begegnen kann, zu werden?
      Gruß Bo

  3. Ralf

    Ich bin als Kind schon immer gern barfuß gelaufen, zum ärger meiner Mutter 🙂 . Ich bin auch öfter mal barfuß zur Schule gegangen. Das hab ich gemacht bis die Puppertet ein gesetzt hat, dann wurde das uncool ^^.

  4. Ralf

    Mit 21 Jahre ging ich dann zum Bund, das da barfuß nix ging wird dir auch klar sein, das war am Anfang auch kein Problem. Nur nach nem halben Jahr wurden die Springer Stiefel dann doch unbequem und ich bekam immer häufiger Rücken Schmerzen, da hatte ich schon immer Probleme mit. Ich war dann froh wenn ich die Stiefel Abend in die Ecke pfeffern konnte. Dann fing ich wider abends an mal barfuß zu laufen oder einfach Abend mal barfuß Auto zu fahren. Nach der BW zeit hab ich das dann wider mehr ausgeweitet ich bin dann im Sommer wider öfter barfuß gelaufen, oder auch mal im Winter im Schnee, aber mehr wie 10 min war nicht drin. Das ging dann Jahre lang so. Was mir aber richtig am Sack ging war nach der Winter pause sich wider ne neue Leder sohle an zu laufen, wie bei dir auch. Dann hab ich das immer weiter aus gedehnt im Herbst und im früh Jahr früh angefangen. Wobei das immer hart war am Anfang, von der Schuhen raus ins Kälte, barfuß

  5. Ralf

    Der ausschlaggebend Punkt war dann vor 5 oder 6 Jahren, wo ich dann noch lange im Herbst barfuß unterwegs war, in dem Jahr hatten wir auch so gut wie kein Schnee. Da war ich dann barfuß am Weihnachtsmarkt usw. Da das eigentlich gut geklappt hat war ich dann drauf raus das auf jeden Fall bei zu behalten. Klar ist es im Winter kalt, grad wenns nass ist. Man muss halt aus loten was man kann oder aus hält. Ich kann mich natürlich auch nicht im Winter den ganzen Tag barfuß draußen auf halten. Zum einen bin ich meist mit dem Auto unterwegs, und was ich zu Fuß mache wird so geplant das ich das barfuß auch packe ohne Probleme zu bekommen.
    Ich mache heute alles barfuß, Einkaufen, zum Arzt gehen, Auto fahren, Behörden Gänge, dann hab ich ne private Werkstatt, da arbeite ich auch barfuß. Das einzige wo ich noch regelmäßige Schuhe trage ist in meinem Job, weils da halt aus versicherungstechnischen Gründen nicht geht

  6. Wiebke

    Hallo Bo,
    Ich mache das jetzt seit ich so 17 bin. Bin jetzt 40 🙂 Also schon sehr lange.
    Mittlerweile ziehe ich es fast total konsequent durch.
    Auch im Winter. Es sei denn es ist zu kalt. da ziehe ich mir dann Fusslappen über.
    lacht..das sieht man meinen Hufen mittlerweile auch gut an 🙂

    Freue mich voll dass du geschrieben hast.

    Deine Wiebke aus Kiel

    • Bo

      oh wow,
      sorry, Hallo Wiebke,
      du machst das wie lange? ist ja unglaublich. Und was sind Fußlappen? Sockenähnliches? Wie macht ihr das alle mit Kälte und Nässe? Ich hab im Oktober dann so die Nase voll gehabt… weil mir die Füße immer so aufweichen wenns nass ist, dass ich aufgehört hab und eben vor drei Tagen wieder gestartet bin. Ich hab allerdings auch täglich 2x über eine Stunde Wald (Buchenwald) und Feld mit den Hunden vor mir.

      Liebe Grüße nach Kiel
      Bo

  7. Wiebke

    Hallo Bo,
    seit knapp 23 Jahren ja. Ich werd echt alt das merkt man da immer wieder wenn man solche Zeilen schreibt.
    Ich bin da mittlerweile wirklich sehr abgehärtet. Ich glaube der Körper stellt sich da ein wenig um. Hab ja auch paar Pfunde mehr die da isolieren. Fusslappen sind so Teile aus Leder, also wie ein Socken der komplett aus Leder is. Man hat keine feste Sohle aber schützt bissi vor der Kälte.

  8. Ralf

    Ich denke jeder reagiert auch ander auf die Kälte, der eine kommt gut damit klar, der andere weniger. Aber das ist auch so, das sich der Körper auch drauf ein stellt. Ich war als Kind ne regelrechte Frostbeule, das ist komplett weg gegangen. Wenns kalt ist klar friere ich auch noch wenn ich nicht dick angezogen bin, aber halt nicht mehr so wie früher

    • Bo

      Hallo Ralf,
      ich danke dir sehr für deinen Barfussbericht. Schön, auf diese Weise mehr von „uns“ kennen zu lernen.
      Ich bin echt gespannt, ob ich es dieses Jahr länger schaffe barfuss zu laufen, weil sich mein Körper vielleicht schon anders drauf einstellt.
      Bo

  9. Ralf

    Hallo Bo, freut mich, wenn du fragen hast kannst du gerne welche Stellen. Bist du männlich oder Weiblich? Weil Frauen frieren bekanntlich auch schneller als Männer. Wenn du bei Facebook bist kannst du auch gern mal nach mir unter Ralf Oesterheld suchen.

    • Bo

      oh das mache ich gerne. Ich bin weiblich und Frostbeule von Beruf. Allerdings friere ich in Barfußzeiten weniger, als sonst.
      Bo

  10. uncipaws

    dies ist mein zweiter 95%-barfußwinter, bei temperaturen über dem gefrierpunkt benötige ich keine fußbekleidung.
    Ist sehr belebend und ich plane ebenfalls längere strecken zu wandern … vielleicht mal einen steirischen weitwanderweg für den anfang.
    Ich zwinge mich zu nichts, sondern gehe dann barfuß, wenn mir danach ist, und da, wo es mir spaß macht … manchmal will ich rein wissenschaftlich wissen, wo meine grenzen sind, die ich dann aber sehr vorsichtig auslote, denn ich möchte keine erfrierungen riskieren.
    Das gefühl, auch danach, ist jedesmal traumhaft.

    • Bo

      Hallo uncipaws,
      Das hab ich letztes Jahr für mich auch beschlossen. Ich zwinge mich zu nichts. Wenn ich anfange mich zu quälen höre ich auf. Das traumhafte Gefühl kenne und liebe ich.
      Liebe Grüße von Bo

  11. Micha

    Hallo Bo,
    ich bin früher im Sommer gerne barfuß gelaufen. Vor 3 Jahren
    habe ich beschlossen barfuß zu leben.Besitze auch nur noch 3 Paar Schuhe.Im Winter bei Frost und Schnee kommen meine Dog Martens zum Einsatz aber sonst laufe ich auch im Winter barfuß.Ich ziehe mich dann normal wintermäßig an bin aber barfuß sieht lustig aus.Mehr habe ich leider nicht zu berichten weil barfuß laufen für mich ganz normal ist.
    Liebe Grüße Micha

    • Bo

      Hallo Micha,
      wow, ich beneide euch alle, die es über den Winter geschafft haben, bin mir aber sicher, dass ich es dieses Jahr länger aushalten werde. Heute morgen kam ich mir denn auch gleich mit Mütze und Handschuhen aber barfuß sehr komisch vor. 🙂

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