Das Bett ist weg – die einundzwanzigste Nacht auf dem Boden

Eingetragen bei: Minimalismus, Natürlich Leben | 6

Nu hab ich doch vor lauter Feiertag am Donnerstag nicht wirklich realisiert, dass Freitag war. Sorry.

Nach 18 Nächten auf dem Boden war für uns beide klar, dass wir nicht mehr im weichen Bett schlafen wollen. Tina hat sich noch mal probehalber auf die dicke Matte geschmissen, hin und her probiert, ist aufgestanden und hat gesagt: Nee, hier will ich nicht mehr schlafen. Also hab ich gefragt, ob sie sich ganz sicher ist und hab angefangen das Bett abzubauen. Nu is es wech, Matratze und Lattenroste sind schon verkauft, die Tagesdecken sind in der Flohmarktkiste und wir haben jetzt irgendwie viel zu viel Platz 🙂

Matte weg
Lattenroste auch weg
Innenkonstruktion und Umrandung wech
Tisch und Stühle hin – macht ne echt gemütliche Sitzecke Fehlen nur noch ein paar Farbausbesserungen an der Wand und die Lampe über dem Tisch

Das wohl größte „Möbelstück“ ist damit nicht mehr nötig, nicht mehr da, nimmt keinen Platz mehr weg. Wie befreiend das ist, hätte ich vor drei Wochen auch noch nicht gedacht.

Interessant finde ich, dass Tina, obwohl sie sonst nie ohne Kissen geschlafen hat, ohne nicht schlafen konnte, mittlerweile nur noch eine kleine Rolle für unter ihren Kopf benutzt, die sie oft, wenn sie auf dem Rücken liegt sogar ganz zur Seite legt. Ihr Kissen liegt schon in der Verschenkekiste! Ganz selten kommt es bei ihr vor, dass mal eine Nacht etwas ungemütlicher ist, ansonsten fühlt sie sich sauwohl auf dem Boden.

Tagsüber kommen die Decken und die Wollunterlage in den Schrank und wir könnten Tango tanzen. Tun wir aber nich, Wir sind noch auf der Suche nach einer möglichst natürlichen, isolierenden und dennoch mehrfach verwendbaren Schlafunterlage und suchen unter Yogamatten und normalen Isomatten passende Größen und Stärken. Das könnte zum Beispiel aus Naturkautschuk sein, oder aus Wolle. Die sind beide allerdings doch recht schwer, um sie im Zelt mitnehmen zu können und dazu meistens etwas zu kurz.  Für den Bus passt beides. Ne normale Isomatte ist irgendein Plastikzeugs was ich nicht so gerne kaufen möchte. Eine Wolldecke ist zu rutschig auf dem glatten Boden. Es wird sich was finden, da bin ich sicher.

Und sonst? Ich finde es mittlerweile richtig gemütlich auf dem Boden und bemerke zum Beispiel beim Radfahren, dass meine Schultern nicht mehr so schnell verspannen und dass ich mich nicht mehr so bewusst dafür hinbiegen muss, dass ich mit geradem Rücken radle. Das geht grad ganz von alleine. Find ich megacool, heißt es doch, dass ich länger und weiter fahren kann, ohne anzufangen mich unnatürlich auf dem Rad hin und her zu biegen.

So, mehr geht nich oder? Denn schlaftechnisch noch mehr zu minimalisieren würde bedeuten wir würden hochkant schlafen. 🙂 Einfach in die Ecke stellen und pennen. 😉 Das lassen wir aber vorerst!

 

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin und SchrauberLehrling.
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6 Antworten

  1. hochkant schlafen ???? gacker……das machen flamingos auch und dann sogar nur auf einem bein

    • Moin Martina,
      nich verraten, das wäre dann noch die Steigerung gewesen… erst hochkant und dann auf einem Bein 😉
      Liebe Grüße von Bo

  2. Danke für das Teilen eures Experiments 🙂 ich finde das Thema spannend… bin zufällig darüber gestolpert. Irgendwie finde ich die Vorstellung auf dem Boden zu schlafen *schmerzhaft*. Auf der anderen Seite machte es natürlich Sinn, schließlich wachsen Matratzen nicht auf Bäumen. Auch wenn uns die Hersteller natürlich glauben machen wollen, dass es sich nur gut auf teuren Betten schlafen lässt.

    In anderen Foren lese ich schon mal, dass minimalistische Bodenschläfer auf Kapok Matten oder Futons (kein Bett, sondern wirklich nur die Futonmatte, die sich zusammenrollen lässt) schlafen. Vielleicht ist das ja was für euch?!

    • Hallo Eva,
      danke für deinen Kommentar. Am Anfang ist es ein wenig schmerzhaft, aber es geht schneller vorbei als ich dachte. Und nun finden wir diese dünne Wollmatte sogar schon sooo gemütlich. Was für mich heißt, dass es noch härter ginge. Muss ich aber im Moment nicht testen. 🙂 Mir reicht es, dass das „Bett“ den Tag über im Schrank sein kann und wir hier mega Platz haben für was auch immer. 😉 Ach ja, diese Kapokmatten haben wir uns auch angesehen, wir finden sie einfach zu dick.
      Liebe Grüße von Bo

      • Sehr gerne 🙂 wenn euch sogar Wollmatten schon gemütlich vorkommen, dann sind Kapok und Futon sicherlich zu dick. Ich fände es schön, wenn du nach längerer Zeit noch mal ein Update geben könntest, wie es euch dauerhaft damit geht. Schön, dass ihr gemeinsam dieses Experiment wagt, meine Freundin kann ich leider nicht davon begeistern. Und es geht leider schlecht, dass ich auf dem Boden und sie im Bett schläft 😉 aber einmal die Woche schlafe ich außer Haus, das wäre einen Versuch wert. Ich finde es übrigens erstaunlich, dass du ganz ohne Kissen schläfst! Die Tage habe ich mich 20min probehalber auf den Boden gelegt und fand das ungewohnt angenehm. Nur die Druckstelle, wo mein Kopf aufliegt, habe ich noch Stunden später unangenehm bemerkt.
        Viele Grüße und weiterhin erholsamen Schlaf 🙂

        • Hallo Eva,
          ja nach einer längeren Zeit ist geplant ein Update zu geben. Ich bin ja selbst sehr gespannt, was da noch so alles passiert. Das ohne Kissen schlafen ist wohl einfach eine Gewöhnung. Als Kinder hatten wir keine und irgendwie ist das so geblieben.
          Ich bin mir nicht sicher, ob sich einmal in der Woche auf dem Boden schlafen „lohnt“ Weil es ja ein Prozess ist, der über längere Zeit am Stück passiert. Solltest du das ausprobieren, dann melde dich doch noch mal, wie das bei dir klappt. Auf der anderen Seite: einmal die Woche ist besser als keinmal. 😉
          Liebe Grüße von Tina und Bo

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