Barfusspark Todesfelde

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Vorgestern durfte ich innerhalb des Ferienpasses von Lübeck eine Gruppe von 8 Mädchen im Alter von 6 bis 12 Jahren als Betreuerin den ganzen Tag im Barfußpark Todesfelde bei Bad Segeberg begleiten.

Der Name ist Programm, was ein Glück nur der erste. 🙂 Es dauert zwar seine Zeit, aber selbst von Lübeck aus, kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut ans Ziel.

Auf dem Weg dorthin, hat sich meine Kollegin nach 300 m spontan Schuhe und Socken ausgezogen, sie in den Rucksack gestopft und ist weiter gelaufen, als wär nix passiert. Die Mädels schauten ein wenig irritiert, kommentierten es aber nicht, dass sie mit zwei Erwachsenen ohne Schuhe unterwegs waren.

Endlich in Todesfelde angekommen suchten wir uns ein nettes überdachtes Plätzchen, denn das Wetter wusste noch nicht so genau, was es tun wollte. Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung von Susanne, die gemeinsam mit Holger diesen Barfußpark ins Leben gerufen hat, flitzten alle Mädels los zum großen roten Regal, in das man seine Schuhe und ein Handtuch deponieren kann, wenn man denn beides hat. Ich hatte nicht. 🙂 Gestartet wird die wirklich große Runde auf diesem riesigen Grundstück in einem schattig gelegenen Kneippbecken. Ein paar Schreie waren hörbar ob der Kälte des Wassers, und dann gings los.

Über Steine, Tannenzapfen, Korken, Äste, Humus, Waldboden, ein Netz, Muscheln, Holzscheiben, Dachpfannen, Holzstämme, Rindenmulch, Schotter, Kiesel, Sand, Wiese und vieles mehr. Immer entlang den blauen Füßen, die als Wegweiser dienen. Die später auftauchenden roten Fußwegweiser deuten darauf hin, dass es etwas wackeliger oder heikler werden kann, dann sucht man sich aus, ob man lieber blau oder rot weitergeht. Über Brücken und hängende Wackelbaumstämme durch drei hintereinander liegende Wasserbecken, die mit Seesand, mit Lehm und mit Moor gefüllt sind. Genau in der Reihenfolge, Moor und Seesand vom eigenen Grundstück. Diese drei Becken sind das Paradies für Barfußfans. Ganz besonders das letzte. 30 cm tief watet man durchs Moor, und natürlich bleibt davon was an einem hängen. Stiefelhoch voll Moor laufen die Mädels weiter. Nicht alle sind beim ersten Durchgang auch durchgegangen. Am Ende waren sie alle drin. Weiter gehts über Glasscherben und Eisenbahnschienen durch drei Maurerbütten, die nicht nur mit Wasser sondern auch noch mit Fußmatten und Bürstenmatten bestückt sind. Es reicht aus, einmal durch die „Fußwaschanlage“ zu gehen und die Füße sind fast so sauber wie zu Anfang der Runde.

Wem das aber doch nicht reicht, der kann sich mit einer Handschwengelpumpe Wasser in schöne Metalleimer pumpen und mit ner Bürste die Füße schrubben.

Ich hab keine Ahnung, wie oft die Mädels diese Runde gelaufen sind. Zwischendurch wurden 5 Minuten lange Rekorde aufgestellt im Kneippbecken zu verweilen. Die Fußtrainingstation ein wenig länger benutzt… dort kann man Seile mit den Füßen verknoten, oder Tassen von einem aufgestellten Ast holen. Nicht nur für die Füße ist gesorgt, es gibt auch eine Station wo alle anderen Sinne besonders gefordert sind. Tastkästen für die Hände, Riechkästen mit Schafswolle, Spiegelkästen bei alten Eichen, große Trichter und Schläuche zum genauen Hinhören.

Ich glaube man könnte locker eine ganze Woche dort verbringen und würde noch immer etwas neues und besonderes auf dem Grundstück entdecken.

Altes Handwerk wird hier betrieben, Schulklassen und andere Gruppen nutzen das Angebot gerne. So gibt es eine Lehmwerkstatt, eine Holzwerkstatt, eine Feldschmiede, einen Lehmbackofen einige Bauwagen und Häuschen, viele Unterstände, ein zwei Strandkörbe, immer wieder mal eine Bank, eine Trollinsel, einen Wasserspielplatz, ein Baumhäuschen, Riesentrampoline, einen überdachten Heuboden (der sich wirklich auf dem Boden befindet), Meerschweinchen, eine Streuobstwiese, einen Gemüsegarten mit alten Gemüsesorten und einer Kräuterschnecke, einen Balance Balken direkt über den See, eine Seilüberquerung auch über den See, auf dem man übrigens mit zwei Booten fahren kann und drei Mopshunde, die sich supergerne von den Kindern streicheln lassen.

Bestimmt hab ich was vergessen, denn ich war keine ganze Woche sondern nur einen Tag dort.

Solltest du irgendwann nach Norddeutschland kommen, dann ist der Barfußpark Todesfelde meine absolute Empfehlung für dich. Ich bin total begeistert von der liebevollen und kreativen Art wie Susanne und Holger dieses Grundstück für alle zugänglich gemacht haben. Immer wieder gibt es Praktikanten, die den beiden zur Hand gehen, derzeit sogar aus Kolumbien. Es steckt viel Herz und Arbeit in diesem Projekt das spüre ich den ganzen Tag über.





 

Ich konnte nicht wiederstehen dir alle Bilder zu zeigen. 🙂 Je nach Schnelligkeit deines Internetanschlusses dauert es ein wenig bis die Diashows geladen sind.

Ein dickes gefällt mir reicht da nicht aus. Vielen vielen Dank an Susanne und Holger vom Kiwebu e.V.

Kennst du ähnliche Projekte? Ich bin neugierig.

bo unterschrift

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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2 Responses

  1. scratch

    spannend, toller bericht, vor allem das baumhaus is knuffig…agility für a-meisen

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