3x voller T3 = Umzug für 2

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Ich bin noch immer völlig begeistert davon

Ein kompletter Umzug für 2 Personen inkl. 2 Fahrrädern, Anhänger, Faltboot, Outdoorkram, Büchern, Sofa, Schreibtischen, Schränken, Klamotten, Küchentisch, Stühlen, Werkzeug, Lampen, Computerkram, Sackkarre, Riesenregal, Fotokram, Sitzsack und Waschmaschine. Drei mal den Fred vollgeladen und das wars.

Seit dem Einzug im Kuhstall haben wir uns, ich kann schon fast sagen, unserer Sucht so richtig hingegeben und waren erneut am Aussortieren und weniger werden lassen unseres gesamten Krempels.

Im Dezember noch hatte ich einen plötzlichen Impuls meine Werkstatt mit Werkbank und allen möglichen super Maschinen aufzulösen. Seit dem großen Umbau hatte ich einfach keine Lust mehr handwerklich tätig zu sein. Gut, Fred ausbauen, das hatte Spaß gemacht, aber dafür brauche ich keine Dekupiersäge und keine Oberfräse, keinen Lamellofräser, keinen Fliesenschneider…. Nachdem ich es ein ganzes Jahr nicht geschafft hatte, die Werkstatt überhaupt einmal richtig einzuräumen, sie brauchbar zu machen, weil ich einfach keine Lust dazu hatte, es nicht nötig war, weil ich ja eh nix darin gemacht habe, also ich den Sinn darin auch nicht gesehen habe, kam dieser Impuls genau richtig. Ich fühlte mich beim Durchstöbern der ganzen Dinge schon so erleichtert – nur die Entscheidung darüber ließ mich locker hüpfend und leicht jeden Tag aufs neue wieder in die Werkstatt gehen, weiter aussortieren, alles fotografieren und für ebay fertig machen.

Und jetzt, wo mein Werkstattkram nur noch das Wichtigste enthält (Stichsäge, Bohrmaschine, Akkuschrauber und ne Kiste Kleinzeugs) gehts mir richtig gut. Ein weiterer „Raum“ den ich zwar belagerte, aber nie wirklich genutzt habe ist frei für anderes, für andere.

Viele, die ihre ersteigerten Werkzeuge selbst abholten, fragten mich, ob mich das nicht Überwindung kosten würde, oder ich wirklich sicher wäre, alles abzugeben. Ob ich das nicht irgendwann bereuen würde. Und jedes mal fühlte ich mich bestätigt in meinem Handeln, fühlte, dass ich genau richtig entschieden hatte und dachte mir, wenn ich dann wirklich irgendwann noch mal was davon brauchen würde, könnte ich es mir ja auch im Baumarkt ausleihen. Ich fand es einfach viel zu schade, dass all die Schätze so ungenutzt vor sich hinwarteten. Also alles glücklich – ich ohne – die neuen Besitzer und Besitzerinnen mit!

Wenn ich mich einmal entschieden habe, dann bin ich darin sehr fest und sicher. Und dieser Impuls, der war so klar und so zum richtigen Zeitpunkt, so dass ich gar nicht anders konnte, als ihm zu folgen.

 

Ähnlich ging es mir mit der Entscheidung schon wieder umzuziehen.

Auf der Rückfahrt aus dem Süden Mitte Dezember redeten Tina und ich viel übers Wohnen, übers wie denn Wohnen, über wo denn Wohnen. Und auch dort kam irgendwoher ganz plötzlich und unverhofft ein Bild bei uns beiden auf.

Kleiner – zentraler – viel grün.

Kleiner wollten wir schon seit längerer Zeit wohnen, es war uns aber noch nicht so klar, wie und wo wir das verwirklichen können und wollen. Jetzt wussten wir auch, dass es näher an Lübeck sein sollte, um die Wege kürzer zu halten und vieles besser mit dem Rad erledigen zu können. Und dass eine winzige Mietwohnung dafür erstmal perfekt wäre.

Wir hatten es beide ganz klar vor Augen und da Tina unsere Finderin ist, hat sie sich gleich zu Hause dran gemacht und das www daraufhin durchforstet.Ein paar Tage vor Weihnachten schauten wir uns die erste Wohnung an. Sie gefiel uns von der Größe, aber nicht vom Stockwerk und nicht so ganz von der Lage. Wir waren uns beide so klar, was wir wollen und dadurch so sicher, dass wenn wir eine Wohnung für uns passend finden würden, wir sie auch bekommen würden.

Zwei Tage später bei der nächsten, standen schon einige Interessierte vor der Tür. Eine Frau erzählte uns, wie sehr sie diese Wohnung brauchte, sie hätte sich jetzt schon 50 Wohnungen angeschaut, aber keine davon bekommen.

Später erzählte ich Tina und sie mir, dass wir  bei diesem Gespräch beide dachten: „oh je, na dann würden wir verzichten, und der Frau mit ihrem Sohn die Wohnung gerne gönnen.“ Sie war für sie dann aber doch nicht passend. Für uns aber schon – die wollten wir gerne haben.

Lange Rede kurzer Sinn: Anfang Januar kam der Mietvertrag und seit zwei Wochen wohnen wir in der neuen Wohnung. Heller, kleiner, wunderschöne alte aufgearbeitete Holzböden, neues Bad, neue Küche…. und außer ein paar Löchern, die ich  in die Wände gebohrt habe, um ein Regal oder einen Duschvorhang etc. aufzuhängen hab ich hier nur eingeräumt, sonst nix 🙂 Geil 🙂

 

Das war der lockerste und leichteste Umzug, den ich je gemacht habe! Ich hatte Null Erschöpfungszustände, zwischendrin konnte ich sogar locker noch was arbeiten 😉
Leider gibts nicht mehr Bilder, wenn sogar Tina vergisst zu knipsen, dann passiert was wirklich besonderes 🙂

 

Küche bleibt in Norddeutschland drin, auch wenn wir sie selbst gebaut haben. In der neuen Wohnung ist schließlich auch eine Küche 🙂

 

Ich fühl mich sauwohl in der neuen Wohnung, ich kann alle Einkäufe etc mit dem Fahrrad machen, ich könnte sie sogar zu Fuß machen, weil wirklich alles in höchstens 2,5 Kilometer Entfernung liegt, was ich so brauche. Sogar ein Bioladen ist dabei.

Und trotzdem ist das Grün so nah. 500 m zum Wasser der Wakenitz, 600 m zu einem Naturbadestrand, 3 – 400 m ins nächste Naturschutzgebiet, und auf der anderen Seite Wald, Wald, Wald. Den hab ich die letzten eineinhalb Jahre wirklich vermisst.

Auch hier wurden wir so oft gefragt, ob wir die alte Wohnung denn einfach so gehen lassen können. Wo wir doch mindestens 3 Monate täglich so viel Arbeit und Zeit und Kraft investiert hätten. Blut und Schweiß, Tränen und Erfahrung, Wissen und handwerkliches Geschick – ja, wir konnten. Die Entscheidung war ganz leicht. Sie war so klar, sie war so logisch, so konsequent. Es tat nicht weh und wir freuen uns einfach, dass jetzt andere dort wohnen können, die auf diese Weise ihr eigenes Reich bekommen.

Einzig unsere Nachbarn, alle Menschen vom Hof und vom Dorf – die fehlen.

Übrigens, beim Reintragen der ersten Dinge in die neue Wohnung dachte ich so bei mir: „Oh ich freu mich so aufs aussortieren!“ Bekloppt oder?

Wie ist das so mit deinen Entscheidungen, deinen Impulsen?

 

 

Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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