31, 27, 25, Pause und durch Hannover durch

Eingetragen bei: Barfußlaufen, Sohlenbrenner Tour 2016 | 8

Wir werden immer schneller, sind gestern den ganzen Tag durch Hannover gelaufen. Die Aussicht auf zu Hause zieht mächtig. Die neue Karre hilft uns sehr dabei. Denn alles passt prima dort rein. Ich muss nix mehr tragen, nur noch schieben. Dafür zwar nach 10 bis 15 Kilometern, je nach Hitze oder Wegbeschaffenheit 21 Kilo Nima mehr, aber das merken nur meine Schultern. Die sind tatsächlich etwas verspannt, dadurch, dass ich den Wagen oft leicht runterdrücken muss, damit ich wieder die richtige Spur bekomme. Gegen eine Nackenmassage hätte ich also nichts einzuwenden. 🙂

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Ansonsten freu ich mich so sehr auf den Bauwagen, in dem mein Bett auf mich wartet. Ich freu mich so sehr darauf nicht nachts wach zu werden, weil ich dringend aufs Klo muss, und ewig lang rumliege, weil ich keine Lust habe mich anzutüddeln und auf den meist längeren Weg zur Toilette zu machen. Das allein wird schon der pure Luxus sein, wenn wir wieder zu Hause sind.

Zu Hause…. was das ist, das geht mir oft im Kopf rum. Ich dachte ja immer es wäre in mir drin. Ist es zum sehr sehr großen Teil ja auch. Zu Hause könnte man gerade seit achteinhalb Wochen das Zelt nennen. Das ist es aber dann doch nicht, nicht geworden. Für mich ist zu Hause durch die Tour aber auch ein Fleckchen geworden, an dem ich einfach bleiben kann, an dem ich nicht jeden Tag alles wieder zusammenraffeln muss und weiter muss.

Apropo weiter. Dann packen wir mal wieder 🙂 Es dauert mittlerweile auch nur noch ne halbe Stunde. Wir ziehen weiter und denken, dass wir Montag abend schon in Soltau sein können. Das ist der pure Wahnsinn. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal freue das Logo von Aldi Nord zu sehen, weils einfach zeigt, wie weit wir schon gekommen sind. Ich rechne mir schon immer heimlich aus, wie viele Tage wir noch insgesamt brauchen werden. Trotzdem sind 410 Kilometer noch 410 Kilometer.

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Übrigens hatten wir Besuch vom Filmer aus der Heimat. Das war richtig schön aber auch richtig doof, denn nun will ich noch mehr und noch schneller einfach nur nach Hause. Aber deswegen Abbrechen kommt gar nicht in Frage. Ich bin nur so unglaublich müde die letzte Zeit. Könnte man im Laufen schlafen, ich würde es oft tun. 🙂

bo unterschrift


Spinnerin, Erfinderin, Forscherin, Schreiberin.
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8 Responses

  1. scratch

    Ich glaube durch diese Reise werdet ihr enorm viel mitnehmen für euer Leben……!!!!
    Wenn ihr dann im Bauwagen liegt und ihr Zeit habt, die letzten Monate auch richtig zu verdauen – das ist ein unglaublicher Schatz !!!!
    Knutsch von mir und Sita

  2. tobias

    Schon im endspurt? Aber gut von euch zu hören nach so langen bloggingpausen, viel spaß in der Lüneburger Heide, die gegend kenne ich nur vom vorbeifahren …. Ihr kriegt unterwegs so viel zu sehen.

    Viel spaß noch weiterhin und seid froh, dass ihr einander habt; nutzt es aus und gebt einander ab und zu die wohlverdienten nackenmassagen usw.

    • Bo

      Hallo Tobias,
      schön, von dir zu lesen. 🙂 Ja voll im Endspurt, der sich aber doch noch etwas ziehen wird. Wir kriegen so viel zu sehen, und doch sehen wir so wenig. Haben schon ne dicke Liste gemacht von Orten und Gegenden, die wir uns nach der Tour noch ganz genau und in Ruhe ansehen wollen.
      Liebe Grüße von
      Tina und Bo

  3. erwin

    Liebe Sohlenbrennerinnen. 😉
    Wenn man so lange unterwegs ist hat man irgendwann das Gefühl, dass man sein Leben lang nichts anderes gemacht hat, als unterwegs zu sein. Von mir ein kleiner Motivationsversuch: Ihr schafft das! Und ganz Viele fiebern mit euch!
    Viele Grüße aus Hamburg
    erwin

    • Bo

      Hallo Erwin,
      danke schön. Sind schon über Soltau und hoffen dass der Regen bald aufhört. Wir schwanken zwischen: wir sind schon ewig unterwegs und wir sind doch gestern erst los gegangen 🙂
      Warst du auch schon mal lange unterwegs?
      Liebe Grüße
      Bo

      • erwin

        Hallo Bo,
        ich habe lange keine Zeit gefunden, bei euch rein zu schauen. Jetzt seid ihr schon längst am Ziel, ja und wohl auch schon länger in der Nachbetrachtung. Also auch von mir noch einmal eine große Anerkennung.
        So lange wie ihr war ich noch nicht unterwegs, aber ich war in meiner Jugend mit den Pfadfindern im Sommer immer mindestens 3 Wochen auf Fahrt. Meist zu Fuß und auch mit dem Fahrrad.
        Ich bin, als mein persönliches Projekt, die Strecke Hann. Münden – Hamburg in Etappen zu Fuß gelaufen. Die letzte Etappe von Hannover bis Hamburg habe ich mit Barfußschuhen bewältigt. Leider mit dem Ergebniss, dass ich nachhaltige Fußschmerzen hatte (auch aufgrund einer Fehlstellung im Fuß).
        Deshalb habe ich euer Projekt mit Respekt verfolgt.

        Viele liebe Grüße aus Hamburg
        erwin

        • Bo

          Hallo Erwin,
          danke schön für deine Nachricht. 🙂 An Barfuß- oder besser gesagt Minimalschuhe sollte man sich langsam rantasten. Falls du von 0 auf 100 eingestiegen bist … hmmm.
          Ja, selbst nach 4 Wochen nach dem Ziel ist es noch immer seltsam. Trotzdem kann ich mir selbst schon gar nicht mehr vorstellen, dass ich es war, die die vielen Kilometer tatsächlich gelaufen ist.
          Liebe Grüße nach Hamburg
          Bo

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